Auftrag für Luxusherberge der Scheichs in Sicht?

Der Plauener Malermeister Hilmar Brademann ist mit einem Buch voller Nachfragen von der Baufachmesse Katar zurückgekehrt. Über das Interesse an seinen Produkten zeigte sich der 64-Jährige mehr als zufrieden.

Plauen/Doha - "Die eigentliche Arbeit steht jetzt erst an", gibt sich Hilmar Brademann sichtlich zufrieden. Von der erfolgreichen Baumesse im arabischen Emirat Katar, von der der Plauener Malermeister kürzlich zurückgekehrt ist, nahm er nicht nur Erfahrungen und Einblicke mit. Über 70 Visitenkarten erhielt der Maler während der vier Tage, in denen er sich auf der Messe präsentierte. "Nun müssen die ganzen Anfragen der potentiellen Privat- und Geschäftskunden bearbeitet werden", erklärt er. Im Klartext: Muster müssen ausgearbeitet, den Wünschen der Interessenten angepasst, Preise angeboten und letztendlich verschickt werden. Als besonderer Renner erwies sich eine Beschichtung, die auf einer hinterleuchteten Kugel aufgetragen wurde. Trotz vieler Muster, die der Malermeister mit in den Wüstenstaat genommen hatte, rückten zwei besonders in den Fokus der Messebesucher.

"Doch es ist es schwer, in diesen Regionen Fuß zu fassen", bleibt Brademann realistisch. Um den schnellen Auftrag ging es ihm jedoch auch nicht. Mit seiner Anwesenheit beim "Project Qatar", seiner ersten Teilnahme an einer Auslandsmesse überhaupt, wollte er vielmehr Kontakte knüpfen. Und das scheint ihm auch gelungen zu sein. "Der Stand war gut besucht, die Messe an sich aber war sehr stressig", gibt Brademann den "Alltag" in den Hallen wieder, die sich zeitweise auf bis zu 50 Grad Celsius aufheizten.

 

So bekundete ein Vertreter des Außenministeriums von Katar Interesse an der die Ausgestaltung seines Privatdomizils, ebenso wie ein Architekt, der für die Ausgestaltung der Schlafräume eines Hotels mit 242 Zimmern noch ein geeignetes Muster in goldener, silberner und bronzener Farbe sucht.Weitere potentielle Kunden stammten unter anderen aus Griechenland, Kuwait, Bahrain, Saudi-Arabien, Abu Dhabi, Libanon und eben aus Katar selbst. Eine Dolmetscherin vor Ort sorgte für die nötige Kommunikation, obwohl der 64-Jährige recht gut Englisch spricht und versteht. Die Messe, die ihre Tore aufgrund der hohen Temperaturen stets erst in den Nachmittagsstunden öffnete, wurde auch von Sachsens Wirtschaftsminister Sven Morlok besucht. "Er war sehr lange bei mir, hat sich gründlich umgeschaut und großes Interesse gezeigt", so Brademann.

An den Vormittagen standen verschiedene Treffen mit Branchenriesen auf dem Programm, unter anderem mit der Hochtief AG. Insgesamt präsentierten sich zehn Firmen aus Sachsen an einem Gemeinschaftsstand bei "Project Qatar", an dem sich auch der Plauener mit seinen Sandstein-, Lasur-, Spachtel- und Vergoldungsarbeiten beteiligte. "Das Qualitätssiegel ?Made in Germany? genießt in der arabischen Welt ein großes Ansehen", so die selbst immer wieder gemachte Erfahrung Brademanns. Überrascht war der Plauener auch von den hohen Lebenshaltungskosten in Katar. "Ein Glas Bier kostet dort so viel wie in Deutschland ein ganzer Kasten", lächelt er. Doch in der finanziell gut aufgestellten arabischen Kundschaft sieht der Maler auch Potential für sich und sein Unternehmen: "Wo gute Preise normal sind, kann ich auch gute Preise verlangen. Insbesondere dann, wenn die Qualität stimmt."

Nach seiner Teilnahme auf der Baufachmesse stand noch ein sechstätiger Aufenthalt in privater Sache an. Brademann nutzte die Zeit, um ein bisschen Urlaub zu machen und zu entspannen. Doch der tüchtige Plauener hielt es nicht lange auf der Sonnenliege aus: Er besuchte währenddessen noch eine Innenarchitektenmesse in Abu Dhabi, quasi als "Marktforschung für unsere Produkte", wie er sagte. Dabei war er ganz verblüfft: "Auf dieser Messe habe ich mich wie in einem Museum gefühlt", erklärte er. Alles sei in dunklen Farben gehalten und in alter Art und Weise gestaltet worden, während bei "Project Qatar" eher das Moderne nachgefragt worden sei.