Aufträge für boomenden Erdgas-Markt

Die nach umfangreicher Sanierung vor wenigen Tagen fertiggestellte Brücke über die Weiße Elster in Plauen-Chrieschwitz verbindet die Tubetech GmbH mit der ganzen Welt. Denn das mittelständisch geführte Familienunternehmen liefert seine luftgekühlten Wärmetauscher, Ölanlagen und Rippenrohre auf alle Kontinente. Um die tonnenschweren Erzeugnisse zum Kunden transportieren zu können, wurde die Brücke besonders breit und mit einer Tragfähigkeit bis zu 120 Tonnen umgebaut, und war zudem halbseitig stets befahrbar.

Für die gute Zusammenarbeit bedankte sich Betriebsleiter Jürgen Hoffmann beim Plauener Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer, der jetzt gemeinsam mit Wirtschaftsförderer Eckhard Sorger und dem Plauener Unternehmer Peter Horlomus die Tubetech besuchte. "Sich mit den Unternehmen über solche kommunalen Bauvorhaben abzustimmen und deren Wünsche einfließen zu lassen, auch das ist Wirtschaftsförderung", betonte Oberdorfer.

Bei einem Rundgang durch die Produktionshallen stellte Norbert Marker, Geschäftsführer der Gesellschaft für Oeltechnik mbH Waghäusel, deren 100-prozentige Tochter die Tubetech ist, die weltweit gefragten Anlagen vor. Wichtig ist für die Zukunft, dass sich das Unternehmen mit seinen Wärmetauschern zu einem gefragten Partner im boomenden Erdgasmarkt entwickelt hat.

So baut derzeit beispielsweise der Ölkonzern Shell vor Australien eine schwimmende Erdgasraffinerie, länger als vier Fußballfelder. Ab 2017 soll dieses größte Schiff der Welt 25 Jahre lang Erdgas fördern und durch Abkühlung auf minus 161 bis minus 164 Grad für den Transport verflüssigen. Oeltechnik liefert die ersten Kompressor-Grundrahmen. Gaskühler, Kälteanlagen und mehr werden folgen.

Im Zusammenspiel mit den beiden anderen Standorten der Gesellschaft für Öltechnik in Waghäusel bei Stuttgart und in Frankreich setzt das Plauener Werk diese Aufträge mit um. "Wir sind trotz der Turbulenzen auf den Finanzmärkten zufrieden mit der Entwicklung unserer Unternehmensgruppe, 2011 konnten wir 60 bis 70 Millionen Euro erwirtschaften", erklärte Norbert Marker.

Tubetech Plauen schreibt die erfolgreiche Geschichte der Firmengruppe mit, die 2001 das Engagement in Plauen begann. Auf dem ehemaligen Betriebsgelände des Metallleichtbaukombinates war nach der Wende Thyssen Hünnebeck eingestiegen, hatte das Werk aber geschlossen.

Die Oeltechnik erwarb den Standort zwischen Weißer Elster und Bahnlinie. "Mit 10 Leuten haben wir begonnen, jetzt sind es 70. Wir bilden auch vier Azubis aus. Schritt für Schritt wurde und wird investiert, stets aus eigener Kraft, ohne Zuschüsse oder Fördergelder", betont der Geschäftsführer nicht ohne Stolz. Oberdorfer zollte den Leistungen der Belegschaft große Anerkennung. Von der Entwicklung war er beeindruckt, hatte er doch hier in den 70er Jahren Stahlbauschlosser gelernt.

Gemeinsam mit Jürgen Hoffmann und Heiko Hessel, Leiter Projekte und Verkauf Luftkühler, zeigte Norbert Marker, wie Rippenrohre entstehen, Zentimeter dicke Bleche geschnitten, per Plasmaschweißgerät verbunden werden. Und er erläuterte die Wirkweise eines 25 Tonnen schweren Wärmetauschers bei der Erdgasförderung. Der wird bald nach Holland geliefert - per Schwertransport über die neue Elsterbrücke.