Aufgeheizte Stimmung in Bergen

Aufgeheizt war die Stimmung in der Bergener Gemeinderatssitzung.

Viele von der Bergener Interessengemeinschaft für eine andere Politik (BIG) waren anwesend. Sie vermissten Beschlüsse zum Schulvertrag mit Theuma und zur Rücknahme des Widerspruches gegen die Ablehnung des Landratsamtes zur Eingemeindung Bergens nach Falkenstein. "Der Rat spielt auf Zeit. Damit sind wir nicht einverstanden", war von der BIG zu hören. Anträge, die Tagesordnung zu ergänzen, ließ Bürgermeister Volkmar Trapp nicht zu.

Einzig zum "Haushalt" war eine Bürgerfragestunde vorgesehen. Die wurde vehement, aber nicht immer sachlich genutzt. Knackpunkt war zunächst das Bürgerbegegnungszentrum. Weitere rund 90 000 Euro seien eingeplant, hieß es. Dagegen seien der kommunale Straßenbau und der Bau eines Kinderspielplatzes, für den Spenden da seien, nicht berücksichtigt. Weshalb ist ein solches Objekt wichtiger? Und wie refinanziert es sich?, fragte Michael Reinwarth.

Einige Fragen waren an Ratsmitglieder gerichtet. Bürgermeister Trapp ließ das nicht zu. Die Fördermittel seien nicht für andere Vorhaben einsetzbar. Eine Refinanzierung gebe es nicht. Genutzt werden kann das Bürgerbegegnungszentrum von Vereinen und Bürgern. Eine Verpachtung sei nicht geplant. Die 5000 Euro Spenden für einen Spielplatz seien aufgespart. Ein Standort werde diskutiert. In diesem Jahr sei der Bau nicht vorgesehen.

Auch Beate Schubert kritisierte das Vorhaben Bürgerbegegnungszentrum, "wo doch die Gemeinde kein Geld hat" und nannte die marode Turnhalle, die jetzt von Vereinen trotzdem genutzt wird. Die eingeschränkte Fragestunde nutzte Frau Schubert, auch den Schulvertrag mit Theuma und die Rücknahme des Widerspruches anzusprechen. Erregt warf sie den Räten vor, die Dinge auszusitzen, Stillstand in den Gemeinden zu riskieren und Amtskollegen zu missachten. Bürgermeister Sven Rondthaler aus Theuma und Reiner Körner aus Tirpersdorf waren anwesend.

Einstimmig wurde dann der Haushalt, den die amtierende Kämmerin Rita Schlosser in Schwerpunkten vortrug, beschlossen. Rund 20 000 Euro für Leistungen des Ingenieurbüros Radüschel (Ellefeld) wurden ebenfalls beschlossen. Dabei geht es um die Außen- und Innensanierung des Bürgerbegegnungszentrums.

Frank Straubel von der BIG äußerte im Anschluss gegenüber unserer Zeitung sein Unverständnis über den Ablauf der Sitzung. "Riesige Summen werden einstimmig abgenickt, aber wegen ein paar Worten im Schulvertrag, wird der unter Ausschluss der Öffentlichkeit beraten. Die wollen nicht mit uns reden."

Tags darauf teilte Bürgermeister Trapp unserer Zeitung mit, dass ein Schulvertrag mit zehnjähriger Kündigungsfrist nicht beschlossen wurde. "Theuma muss auf uns zukommen und noch einige Punkte mit uns bereden. Grundsätzlich sind wir dafür, dass Bergener Kinder weiter in Theuma zur Schule gehen." Übrigens sei man stets bereit, mit allen zu reden. Auch die Interessengemeinschaft könne mit ihm sachliche Gespräche führen. "Schreierei im Gemeinderat werde ich nicht zulassen. Es gibt Versammlungsdisziplin." Befragt nach der Rücknahme des Widerspruches gegen die Ablehnung des Landratsames zur Eingemeindung nach Falkenstein, sagte er: "Wir beraten mit kompetenten Personen."