"Aufbruch in eine neue Zeit"

Am Dienstag öffneten sich das erste Mal die Türen des neuen Depots des Vogtlandmuseums Plauen. Zu dieser Eröffnung in der Seminarstraße war lediglich die Presse geladen. Für die Bevölkerung sind später ebenfalls Besuchsmöglichkeiten vorgesehen.

Von Gabi Kertscher

Plauen Bürgermeister Steffen Zenner und der Direktor des Vogtlandmuseums Dr. Martin Salesch können sich vorstellen, dass zum Tag des offenen Denkmals Interessierte eine Auswahl der Objekte sehen können. Das Depot ist aus mehreren Lagern in die oberen Etagen der ehemaligen Berufsschule, Haus B gezogen.
Im Erdgeschoss befindet sich der Hort der Dittes Grundschule. Auch das Haus C soll im Laufe der nächsten Jahre zum Depot und zum Hort werden. "Das kostet viel Geld. Die ersten Planungen werden, angesichts der derzeitigen Preisentwicklung bis 2024 warten müssen", machte Kerstin Fischer, Direktorin des Kulturbetriebes, deutlich. Für die Einrichtung des neuen und den Umzug der Objekte aus drei alten Depots sind 140.000 Euro eingeplant. Derzeit sind auf den beiden Etagen im Haus B unter anderem das Gemäldedepot, das Textildepot, eine umfassende Bibliothek und die vollständige Porzellansammlung untergebracht.
Die neue Gemäldezuganlage bildet das Herzstück in diesem Depot. Hier können 5.000 Objekte Platz finden. Rund 1.500 sind bereits eingelagert. Steffen Zenner sprach von einer museumsgerechten Unterbringung aller Objekte. Es bestehe jetzt die Möglichkeit, Wissenschaftler mit Forschungen zu beauftragen und ihnen einen entsprechenden Arbeitsplatz zu bieten. Das Vogtlandmuseum Plauen kann auf über 200.000 Stücke zurückgreifen. Etwa zehn Prozent sind bereits digitalisiert. Der Kulturbürgermeister nannte die Eröffnung des Depots einen "Aufbruch in eine neue Zeit". Man werde nicht mehr umziehen, zumal Technik und Einrichtung auf dem höchsten Niveau angeschafft wurden.
Für diese Außenstelle des Museums wurde eine neue Mitarbeiterin eingestellt. Mariana Zell ist studierte Restauratorin und verantwortlich für alle Vorgänge im Depot. Sie hat ihren Arbeitsplatz vor Ort und den kompletten Überblick über die Objekte. Sie froh sei, dass das Problem der nichtfachgerechten Lagerung von solchen schönen und wertvollen Objekten erkannt wurde und auch etwas unternommen wurde, freute sich Frau Zell am Dienstag. In der nächsten Zukunft soll der Umbau fortgesetzt werden. Das Depot soll einen separaten Eingang bekommen, so dass der Zugang nicht mehr durch den Hortbereich erfolgen muss.
Dr. Martin Salesch kann sich eine Zusammenarbeit mit der Grundschule durchaus vorstellen. Er äußerte sich zufrieden, dass auf dem Gelände immer "Betrieb" sei. Es gibt Hausmeister, die zu ihren Aufgaben in der Schule, auch das Depot beaufsichtigen.