Auf Johannes Oerding folgt Ostrock

Pfingsten 2020 wird gleich zwei Mal nacheinander an der Göltzschtalbrücke gerockt. Der vierten Auflage von Rock Classics mit einem Ostrock-Medley am Pfingssamstag geht Freitag ein Solokonzert mit Johannes Oerding voraus. Veranstalter Kraußevent will die Brücke zur Eventlocation machen. Heute startet der Ticketverkauf für Oerdings Konzert.

Von Cornelia Henze

Netzschkau/Reichenbach "Unser Baby ist ganz klar Rock Classics. Da steckt viel Herzblut drin", sagt kraußevent-Geschäftsführer Matthias Krauß. Dennoch solle die Brücke mehr werden als ein Ausflugsziel, das einmal im Jahr leuchtet. Die kulturelle Strahlkraft solle auch über Vogtland und Region hinausgehen, wünschen sich Krauß und sein Projektmanager Eric Seifert. Deshalb wird es ab 2020 - und auch im Jahr drauf - ein zweites Konzert neben Rock Classics, das vor vier Jahren aus Philharmonic rock hervorging, geben. "Das Gesamtpaket hat gepasst", sagt Krauß auf die Frage, weshalb die Agentur gerade Johannes Oerding am 29. Mai 2020 an die Brücke holt. Oerding habe gerade sein neues Album "Konturen" rausgebracht, und der Sänger werde nur ausgewählte Open-Air-Konzerte geben: Die Premiere wird in Netzschkau sein. Augenmerk lege man auch darauf, dass die gebuchten Künstler nicht noch im Vorfeld und im Umkreis auftreten. Synergieeffekte nutzt der Veranstalter auch in punkto Aufbau von Bühnentechnik und Serviceanlagen für die Besucher. Ein Mal Aufwand für zwei Konzerte. Bei Oerding habe all das gepasst, was nicht heißt, dass nicht noch andere angesagte Künstler in der Pipeline gewesen wären. Ein großer Wunsch wäre gewesen, Sarah Connor an die Brücke zu bringen, was für Pfingsten 2020 nicht geklappt habe. Aber mit deren Dresdener Management führe man gute Gespräche, ein Auftritt zu anderer Zeit, vielleicht Pfingsten 2021, sei nicht unmöglich.
Wenn Oerding am 29. Mai sein letztes Lied gesungen haben wird, beginnt für kraußevent eine logistische Herausforderung. Aus dem Stehkonzert für 6000 Gäste muss über Nacht ein Sitz-Steh-Konzert für ebenso viele Rock Classics-Besucherwerden. 3000 Stühle müssen bis zum Vormittag des 30. Mai stehen. Der Zeitplan ist straff. Denn dann rollt schon das Equipment für die Vogtland Philharmonie Greiz Reichenbach an. Hier setzt kraußevent auf bewährte Künstler, wie eben den mitveranstaltenden Klangkörper, auf GMD Stefan Fraas als Moderatorin und Jasmin Graf als Comoderatorin und stimmgewaltigen Liveact. Eine feste Bank sind das Gedsangstrio Voc a Bella und die René-Möckel-Band. Spannend bleibt, welche überregional bekannte Solisten auf der Bühne stehen werden. . Unbedingt dabei sein soll ein Klassik-Teil, denn der komme beim älter werdenden Publikum ebenso gut an wie richtig rockige Stücke, und Titel aus den 80er Jahren. Weil sich 2020 die deutsch-deutsche Wiedervereinigung zum 30. Male jährt, liegt der Fokus auf Ostrock, Einheitstitel und einem Ostrock-Medley im zweiten Programmteil. Verraten sei schon mal, dass Westernhagens "Freiheit" unter der weltgrößten Ziegelsteinbrücke schallen wird. Wer aber nun hofft, Meister Westernhagen wird seinen Freiheitssong persönlich singen, muss enttäsucht werden. Übliche bis zu 350.000 Euro Konzertgagen sind nicht zu stemmen, trotz der Sponsoren, die auch 2020 Classic Rocks die Treue halten: Sparkasse Vogtland, die Stadtwerke Reichenbach, Wernesgrüner Brauerei, die Vogtland Kartonagen Reichenbach und die Stadt Netzschkau.