Auf festes Fundament gestellt

Im Weisbachschen Haus laufen die Bauarbeiten und außerhalb die Planungen für künftige Ausstellungen. Ende April sind erste große Umsetzungen von Maschinen geplant.

Von Stephanie Rössel

Plauen Von außen ist derzeit noch keine Veränderung zu sehen. Die baulichen Maßnahmen spielen sich aktuell im Inneren, genau genommen um Untergrund ab. Unter dem Gebäude wurden Bohrpfähle aus Beton gesetzt, um das Gebäude aufgrund der künftigen Mehrbelastung auf ein neues Fundament zu stellen. Außerdem muss an vielen Ecken saniert und verbessert werden. Durch frühere Bombenabwürfe sind Risse entstanden. Im Moment wird weiter an der Entkernung gearbeitet. Im Innenhof wurde die Bodenplatte bereits gesetzt um mit den Stahlbetonarbeiten fortzufahren. Möglicherweise könnten die Arbeiten im Mai 2022 abgeschlossen werden, dies sei jedoch keine verbindliche Angabe, sagt Axel Markert von der Gebäude- und Anlagenverwaltung der Stadt Plauen.
Im Anschluss dauere die Installation von Beleuchtungen und ähnlichen Einbauten weitere Monate.
Sowohl die Mitglieder des Kultur- sowie auch des Bauausschusses baten um eine Begehung der Baustelle. Dies soll zeitnah unter entsprechenden Bedingungen seitens der Stadtverwaltung organisiert werden. Fragen von Stadträten, ob die Baukosten noch im geplanten Budget liegen, konnten aktuell nicht beantwortet werden.
Ende April ist die erste Umsetzung von großen Maschinen aus dem Spitzenmuseum ins Weisbachsche Haus geplant. Das ist während der Baumaßnahmen notwendig, da diese aufgrund der Größe später nicht mehr eingesetzt werden können.
Die Lücken, die im Spitzenmuseum dabei entstehen, sollen entsprechend gefüllt werden, so dass für Besucher kein Nachteil entsteht.
Hinsichtlich der Ausstellungsgestaltung befinde man sich eher in der Warteschleife, sagt Dr. Martin Salesch, Direktor des Vogtlandmuseums und verantwortlich für das entstehende "Deutsche Forum für Textil und Spitze".
Im Haus Nr. 3 sollen Depotflächen für die textile Sammlung geschaffen werden. Um das ganze Material vorzuhalten, seien dringend Räume notwendig. Um die Gebäude vollständig zu nutzen, werde auch auf Alternativen zurückgegriffen. Es gibt Anfragen von Künstlern, die gerne Bereiche nutzen würden. Die Vogtlandbibliothek hat darüber nachgedacht, aufgrund der angrenzenden Tagesstätten dort eine Kinderabteilung einzurichten.
Großes Thema ist die Sommerakademie, die jahrelang im Weisbachschen Haus stattgefunden hat. Der bisherige Verein wurde aus finanziellen Gründen aufgelöst. Die Köpfe, die sich dafür engagiert haben, sollen jedoch zusammenbleiben. Deshalb soll eine Arbeitsgemeinschaft mit dem Titel "Textile Kunst und Spitze" gegründet werden, bei der möglichst viele Menschen Ideen einbringen und als Fachgremium an der konzeptionellen Arbeit mitwirken sollen. Als Leiter dieser wird Dr. Martin Salesch eingesetzt. Genutzt werden soll beispielsweise das Wissen des Ehepaares Helbig, die seit über 60 Jahren eng mit der Textilindustrie verbunden ist. Fachleute, aber auch Bürger sollen sich engagieren und mitwirken, erklärt Sozialbürgermeister Steffen Zenner und sieht das als Innovation nicht nur im Bereich Textilien, wenn sich dort verschiedene Bereich bündeln und Menschen kooperieren.
Das zukünftige Spitzenzentrum an der Bleichstraße könnte also als mehr als eine nur reine museale Einrichtung werden. Erste Entwürfe zur Gestaltung gibt es bereits. Noch stehen jedoch die Baumaßnahmen im Vordergrund.