Auf den Flügeln bunter Falter

Pirk - Rund 140 Arten von Schmetterlingen gibt es in Deutschland. Etwa 50 davon kommen im Oberen Vogtland vor. Dass es daneben weitere 1000 Arten von Nachtfaltern gibt, weiß Gerd Sandner aus Markneukirchen zu berichten. Der Immobilienmakler ist im Naturschutzbund Deutschland organisiert und widmet sich in seiner Freizeit dem Hobby "Insekten". Was er alles über Schmetterlinge weiß, gab er am Sonnabend während eines Vortrags zum Thema "Schmetterlinge in meinem Garten" im Herrenhaus des Ritterguts Pirk an 23 Interessenten weiter.

Der große Zuspruch am Thema erfreute neben ihm auch die Organisatoren der Kräuterakademie, welche sich in Pirk im Aufbau befindet. Es waren vorwiegend Garten- und Naturliebhaber, welche Interesse am Thema hatten und dies mit zahlreichen Fragen an den Fachmann bekundeten. Insbesondere ging es um die nicht leicht zu beantwortende Frage, wie man den Raupen und damit den Schmetterlingen ihren Lebensraum sichern kann. Grundsätzlich sei dies für den Einzelnen kaum möglich, wusste Sandner und verwies auf notwendige Pflegeprogramme im großen Stil. Dennoch kann jeder Hobbygärtner mit dem Anpflanzen der unterschiedlichsten Sommerblumen zumindest dafür sorgen, dass ein ausreichendes Angebot an Nektar zur Verfügung steht. Das sollte gelingen, schließlich mögen Schmetterlinge Blüten ebenso gerne wie Gärtner.

Der Verzicht auf künstlichen Dünger und Spritzmittel wiederum erlaubt den Raupen das Überleben. Schließlich gäbe es ohne Raupen keine Schmetterlinge. Wer sich über die hübschen Flattermänner in seinem Garten freuen möchte, sollte auch den Schnitt der Wiese auf ein Minimum reduzieren. Daneben hatte Sandner viel Interessantes zur Entwicklung und Lebensart der Schmetterlinge zu berichten.

Vom Ei über die Raupe zum Schmetterling dauert es mitunter gerade einmal vier Wochen. Andere Exemplare wie Nachtfalter benötigen bis zu vier Jahre für diesen Prozess. Auch die Lebenszeit eines Schmetterlings von nur etwa vier Wochen war vielen nicht bekannt. Natürlich nur dann, wenn sie nicht vorher von Vögeln gefressen werden. Vögel sind im übrigen die größten Feinde der Falter. Aber es gibt auch Schlupfwespen, welche die Raupen anstechen, ihre Eier dort ablegen und damit die Raupen zerstören. Oder die Blasenfüße, diese kleinen Fliegen, die nur etwa ein Zehntel so groß sind wie Obstfliegen: Diese Blasenfüße vernichten die Eier der Insekten. Sandner beeindruckte mit seinem umfassenden Wissen, welches er sich schon seit Kindertagen aneignete. Die Liebe zu diesem Hobby, welches er heute artgerecht im Naturschutzbund betreibt, vermittelte ihm bereits sein Vater.  mam