Auf dem Sprung zur Kombinierer-Karriere

24 Kalendertürchen, 24 Geschichten, 24 Gewinne: Jeden Tag fliegt eine Eule aus der Drechslerei Kuhhnert Rothenkirchen zu einem unserer Leser. Heute begegnet die Eule einem Ski-Adler aus Bayern.

Von Helmut Schlangstedt

Klingenthal In Klingenthal gibt es das Gymnasium am Amtsberg, eine Eliteschule für Talente im Skisport. Wer nicht von hier ist, wohnt gleich neben der Schule im Internat. Etliche Schüler kommen aus nicht allzu großer Entfernung, einer jedoch kommt aus einer Gegend, in der er seine sportliche Laufbahn ebenfalls hätte beginnen können, nicht weit weg von seinem Wohnort. Er hat sich aber ganz bewusst für Klingenthal entschieden.
Florian Schulz kommt aus Garmisch-Partenkirchen, ist 14 Jahre alt, geht in die 9. Klasse, ist seit 2017 am Klingenthaler Gymnasium und trainiert dort Nordische Kombination.
Sportlich begeistert war er schon von Kindesbeinen an und wollte ursprünglich Fußballer werden, wovon sein Vater aber nicht so richtig begeistert war.
Skispringen gefiel ihm aber auch sehr gut, und so sprang er mit fünfeinhalb Jahren erstmals von kleinen Schneeschanzen und nach einem Probetraining im Ski-Club Partenkirchen wurde er dort sofort Mitglied. Schon wenig später, mit sechs Jahren, absolvierte er seinen ersten Wettkampf mit einem Springen auf einer K20-Schanze, wo er Vierter im Springen und zweiter im Lauf wurde. Sein Trainer Thomas Krause erkannte Florians Potential im Springen und förderte ihn. Mit sieben Jahren begann er aber auch Fußball zu spielen, was vor allem seine Ausdauer beim Lauf stärken sollte. Mit elf Jahren stand dann die Entscheidung zwischen Spezialspringen und Nordischer Kombination an, wobei er sich für letztere entschied.
Vor allem auch wegen der Möglichkeit des Punkteausgleichs zwischen Springen und Laufen für eine bessere Gesamtplatzierung. Zu dieser Zeit sprang er bereits von K60-Schanzen, war bayerischer Meister, gewann mehrere Bayern-Cups und war national auch bei Jugend trainiert für Olympia dabei, wo er im Team den zweiten Platz belegte.
Zu dieser Zeit entschied sich Florian für einen Wechsel an das Klingenthaler Gymnasium, da er in andere Gymnasien, wie in Ruhpolding oder in Berchtesgaden nicht die idealen Möglichkeiten für die Nordische Kombination sah. Außerdem verbanden sich für ihn mit Klingenthal große Namen, wie Eric Frenzel oder auch Richard Freitag. Und es gab noch einen anderen und ganz wichtigen Grund, denn hier konnte er bereits mit 12 Jahren ins Internat, in Bayern erst mit 14.
Und wie gefällt es ihm in Vogtlands Bergen? Prima, meint Florian, denn Schule und Internat würden sehr gut zusammen arbeiten und überhaupt wäre hier alles bestens organisiert.
Und auch hier kann er Erfolge aufweisen. So wurde er bereits Sieger beim Deutschen Schülercup in der Gesamtwertung und 2018 erreichte er dort den zweiten Platz, womit er sich für den Internationalen FIS Jugendcup 2019 qualifizierte. Dort allerdings hatte er auch mal großes Pech, da seine Laufstöcke zerbrachen - so ist das Leben…
Florians große Vorbilder sind im Langlauf der Norweger Johannes Høsflot Klæbo und beim Springen Markus Eisenbichler. Zeit für Hobbys außerhalb seiner sportlichen Betätigung hat er aufgrund seines straffen Trainings nicht. Aber er weiß, wie es nach der Schule weitergehen soll.
Er möchte zur Bundespolizei und dort seine sportliche Karriere weiterführen. In ähnlicher Weise tat das ja etwa auch Björn Kircheisen.

Kalenderblatt 15

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