Auf dem Handbike zum Europameister

Steffen Seifart ist Europameister im Para Radsport. "Es ist mein bisher größter Erfolg", sagt der 39-Jährige, der im Paracycling mit seinem Handbike am Wochenende in Oberösterreich den EM-Titel im Straßenrennen und einen 4. Platz im Einzel holte.

Rodewisch/Röthenbach -  Im Alltag kümmert sich Steffen Seifart als Ortsvorsteher um die Belange seines Heimatortes Röthenbach. Seine große Leidenschaft gehört dem Handbike-Fahren, dem der querschnittsgelähmte Sportler seit 2015 professionell nachgeht.
Bei einer Einzelfahrt, dem sogenannten "time Trial", belegte er von 19 Startern Platz 4. Aus dem Straßenrennen, auch "Road Race" genannt, ging er von 16 Startern aus neun Nationen als Sieger hervor. Die Strecke sei ziemlich profiliert, aber recht flüssig gewesen. Es habe einen langen mäßigen Anstieg und einen rund 200 Meter kurzen, aber steilen Anstieg, der sehr viel Kraft gekostet hat, gegeben, so Seifart. Nominiert wurde er auf Vorschlag des Bundestrainers seiner Mannschaft durch den Vorstand Leistungssport des DBS. Seifart ist seit einem Motorradunfall querschnittsgelähmt und übt diesen Sport seit 2015 aus. Er ist Mitglied im BPRSV Cottbus am Paralympischen Zentrum Cottbus. Hauptsächlich trainiert er aber in seiner Heimat, dem Vogtland. Seine bevorzugte Trainingsstrecke führt ins erzgebirgische Carlsfeld. "Ich mag es bergig, der Straßenbelag ist gut und es ist wenig Verkehr". Gelegentlich führt die Trainingsstrecke auch über Straßen des nördlichen Vogtlandes, über Mylau, Netzschkau, Limbach, um die Talsperre Pöhl und Richtung Weißensand. Bis 40 Km/h fährt das speziell im Paracycling zugeschnittene Bike auf der Straße: Auf dem Radweg einige Sachen weniger.
Wie geht es nun weiter? Dazu sagt er "Abwarten, welche Rennen in diesem Jahr noch stattfinden. Geplant sind meine Teilnahme an einem C1 Europa-Cup Rennen in Italien und der Knappenman-Triathlon im Lausitzer Seenland als Staffel", so der Sportler. Seine größten Erfolge war en 2017 der Vizetitel in der Deutschen Meisterschaft und 2019 dort der dritte Platz. Nun könnte der nächste Schritt auf der Erfolgsschiene die Weltmeisterschaft sein. Doch für die WM, die kommendes Wochenende in Portugal startet, wurde Steffen Seifart nicht weitergeleitet. Man meinte wohl, ich sei nicht gut genug, um eine Medaille zu holen, begründet Seifart. Nun sei es für ihn eine Genugtuung, doch Europameister geworden zu sein, obwohl er nicht für die WM vorgesehen war. Im nächsten Jahr wird die nächste WM ausgetragen. Dann will Steffen Seifart auf jeden Fall am Start sein. güli