Auerbachs neue Brauerei

Steffen Fohlert, Wirt vom Restaurant "Zum Schlossturm" in Auerbach, trifft mit seinem "Awerbach Bier" den Geschmack der Vogtländer.

Von Hagen Hartwig

Auerbach - Zunächst braute er das Bier in einem kleinen Sudhaus in der Gaststätte. Doch der Zuspruch wuchs, dass im Manufaktur-Betrieb gebraute "Awerbacher" schmeckte den Leuten, die Nachfrage stieg. "Ich habe lange überlegt, gerechnet, geplant und letztendlich die Entscheidung getroffen, das Projekt einer Hausbrauerei anzugehen", sagt der 48-jährige Wirt und Bierspezialist im Gespräch mit dem Vogtland-Anzeiger.
Noch vor Beginn der Corona-Pandemie machte Steffen Fohlert Nägel mit Köpfen. Auf der Brauerei-Messe in Nürnberg knüpfte er Kontakte zu Herstellern der notwendigen Brauhaus-Technik. In Auerbach ging er auf Immobilien-Suche.
"Zunächst hatte ich die damals bereits geschlossene Gaststätte Kerkermeister am Altmarkt im Auge. In dem rustikalen Ambiente hätte sich meine Idee einer Gläsernen Brauerei gut umsetzen lassen. Wir waren in der Planung schon ziemlich vorangeschritten, dann zerschlug sich das Kerkermeister-Vorhaben aus verschiedenen Gründen", blickt Fohlert zurück.
Nur kurze Zeit vor dem Corona-Ausbruch in Deutschland unterschrieb er letztendlich einen Vertrag für ein Gebäude in Auerbachs Fußgängerzone.
"Im ehemaligen Eisenwarengeschäft Dorn fand ich das Gesuchte. Zentral gelegen, am Fuße des Schlossberges, groß genug, auch für eine spätere Vergrößerung in Richtung Gastronomie und kleines Hotel geeignet. Hätte ich damals aber geahnt, was Corona wirtschaftlich anrichtet, wäre ich mit meinem Vorhaben sicherlich zögerlicher gewesen. Doch nun ziehe ich durch", berichtet der Gastronom.
Steffen Fohlert nutzt die durch die Corona-Lockdowns erzwungenen Restaurant-Pausen zum Ausbau seiner Brauerei. Ende 2020 erfolgte der Einbau des Sudhaues und der sieben Tanks. Vor wenigen Wochen begann der Schlossturm-Wirt mit dem Brauen. Zunächst zum Ausprobieren der modernen Brau-Anlage, zum Testen und Verfeinern. "Bisher habe ich das Awerbacher ja nur in einem kleinen Sudhaus gebraut. Jetzt wird alles einige Nummern größer. Das benötigt viel Fein-Tuning beim Brauen. Noch im ersten Quartal diesen Jahres gehts dann richtig los", kündigt Fohlert an.
In einem Brau-Durchgang, der rund sieben Stunden dauert, schafft der umtriebige Wirt rund 600 Liter Bier in den Sorten Dunkles, Pils, Keller- und Altbier. Später könnte noch ein Weizenbier dazukommen. Abfüllen wird Steffen Fohlert das Ganze in extra kreierte Flaschen und Fässer. Technisch schafft sein modernes (und teures) Sudhaus eine Jahresproduktion von bis zu 1500 Hektoliter. Doch zunächst wünscht sich der umtriebige Wirt und Bier-Brauer, dass Corona bald verschwindet und die Gastronomie wieder in Schwung kommt. "Jetzt im zweiten Lockdown haben mich so manches Mal Zweifel an der Sinnhaftigkeit meines Vorhabens erfasst. Doch ich konnte mich immer wieder neu motivieren und gebe die Hoffnung nicht auf", gibt Fohlert offen zu.
Um allen Gerüchten vorzubeugen: auch sein Restaurant "Zum Schlossturm" wird Steffen Fohlert nach dem Corona-Lockdown weiterhin betreiben.