Auerbacher holt zum vierten Mal Rotes Tuch

Von Sybille Güntzel-Lingner

Rodewisch Der Kegler Nico Schädlich vom SKV Auerbach stiehlt den Rodewischern die Schau. Beim Kirmeskegeln am Wochenende in Rodewisch holte er sich zum vierten Mal die begehrte Rote Schärpe. Eine Trophäe, die nur Rodewisch vergibt, weil dort das "Kegeln um das Rote Tuch" eine lange Tradition hat, die auch das Stadtwappen aufzeigt.
Mit 26 Holz traf Schädlich bei drei Durchgängen fast "Alle Neune", die möglichste Höchstzahl in dieser Sportart. "Ich kegle seit 30 Jahren, seit 20 Jahren greife ich nach der Roten Schärpe. Das ist mir nun zum vierten Mal gelungen", freut sich der 43-jährige Zimmerermeister. Sein acht Wochen alter Sohn Emilio habe ihm signalisiert: "Papa, das schaffst du schon". Der Kleine war mit seiner Mama zur Siegerehrung am Sonntag Abend gekommen. Das von der Stadtverwaltung ausgelobte Preisgeld in Höhe von 150 Euro bekommt der Filius. Mit den Rodewischer Keglern ist Schädlich seit eh und jeh gut kontent. Das liege daran, dass die Kegelbahn in der Göltzschtalhalle zu seinem Wohnort in der Sorgaer Straße näher gelegen ist, als die des SVK Auerbach, erklärt er.
Die Ehre für die TSG Rodewisch, Abteilung Kegeln, die das offene Kirmesturnier ausrichtet, rettete Vereinsmitglied Richard Vettermann, der mit je 25 Holz die Plätze zwei und drei belegte. Er hatte sie auch in den Vorjahren eingenommen.
Die Erst- und Drittplatzierte bei den Keglerinnen wurde Nancy Seidel, ebenfalls von der TSG Rodewisch, und Platz zwei ging an Christine Eckstein vom SKV Auerbach. Bei der Rodewischer Keglerjugend wächst mit dem 16-jährigen Tom Schmalfuß ein Talent heran. Er gewann in seiner Altersklasse mit beachtlichen 24 und 25 Holz die ersten drei Plätze und das seit 2017 in Folge. Tom hat seinen Oberschulabschluss in der Tasche und beginnt jetzt eine Lehre zum KfZ-Mechatroniker. Wöchentlich ist er an der Kegelbahn anzutreffen. Rund 90 Kegler haben sich an dem Kirmesturnier beteiligt, darunter auch Freizeitkegler.
In dieser Kategorie gab es an der Kegelbahn ei spannendes Stechen, aus dem Ronny Haßler aus Dörtendorf bei Zeulenroda als Sieger hervorging. Den zweiten Platz belegte der Rodewischer Exbürgermeister Erhardt Meier, der auch bei den vorjährigen Turnieren die Kugel schob. Drittplatzierter wurde der Berliner Rone Reißig. Zur Siegerehrung war er schon wieder abgereist. Alle drei hatten 23 Holz auf ihrem Konto. Für alle Gewinner gab es hochwertige Präsente, die Rodewischer Unternehmen gespendet hatten.
Die Siegerehrung nahmen Bürgermeisterin Kerstin Schöniger und Vereinsmitglied Rolf Schmalfuß vor. Vereinschef Bernd Schmalfuß musste zu Hause bleiben. Er wurde am Vortag beim Aufräumen an der Kegelbahn empfindlich von einer Wespe gestochen.