Auerbacher geschockt über Absturz der Ju-52

Die am Wochenende in der Schweiz abgestürzte Ju-52 war 2017 zu Gast bei den Auerbacher Flugtagen. Dementsprechend groß ist die Bestürzung.

Schweiz/Auerbach - Das Team von Auerbachs Verkehrslandeplatz "Am Bendelstein" ist tief bestürzt. Am Samstag verunglückte in der Schweiz eine Junkers Ju-52. 20 Menschen sind dabei ums Leben gekommen. Genau diese Maschine absolvierte anläßlich der "Auerbacher Flugtage 2017" Rundflüge über das Vogtland.

"Wir sind geschockt, dass es zu diesem Absturz kam und zollen den Hinterbliebenen unser großes Mitgefühl", betont Thomas Scheffler, der Pressesprecher des Auerbacher Flugplatzes. Vor einem Jahr lockten die Flugtage zahlreiche Besucher an. Atemberaubende Kunstflüge, ein Flugsimulator, Rundflüge für die Besucher und jede Menge Action bestimmten das Zwei-Tages-Programm.

Sogar die alte "Tante JU" war dabei und geriet zum Anziehungspunkt der Veranstaltung. Die legendäre Maschine, Baujahr 1939, kam extra aus der Schweiz ins Vogtland. "Wir machten Rundflüge von Auerbach bis Klingenthal. 45 Minuten in so einer Oldtimer-Maschine. Ohne Computer und Elektronik. Alles mechanisch und dafür sehr zuverlässig", erinnert sich die Flugbegleiterin Prisca Peter- Buis aus der Schweiz.

Gemeinsam mit Flugkapitän Beat Hügli und einem kleinen Team managte Frau Peter-Buis zahlreiche und gute besuchte Rundflüge von Auerbach aus. "Die Flugtage in Auerbach haben wir in guter Erinnerung. Die Vogtländer waren von der soliden Maschine begeistert, immerhin hat die Junkers Luftfahrtgeschichte geschrieben. Es gibt nicht mehr viel intakte Maschinen davon", so Prisca Peter-Buis.

Für die sympathische Flugbegleiterin aus der Schweiz spielte am Samstag der Zufall Schicksal. "Ich war wegen eines kurzfristigen Termins nicht an Bord. Danke für Eure liebe Anteilnahme. Habe jedoch drei liebenswerte Crewmitglieder, zwei wunderbare Piloten und einen tolle Flight-Attendant verloren. Es ist schrecklich und für alle unfassbar, was geschehen ist", lautet ihre Antwort auf eine, wenige Stunden nach dem Unglück gestellte Facebook-Anfrage.

Bei dem Absturz kamen 17 Schweizer und eine dreiköpfige Familie aus Österreich ums Leben. Die Maschine soll nahezu senkrecht und mit hoher Geschwindigkeit auf den Boden geprallt sein. Die Ursache dafür sind laut Kantonspolizei noch unklar. Die Ermittlungen gestalten sich schwierig, da die Ju-52 als historische Maschine über keinen Flugdatenschreiber, einer sogenannten Black Box, verfügt.

Thomas Scheffler vermutet ein Zusammenspiel zwischen Wetter und Thermik. "Die Ju-52 gilt als unverwüstlich und sicher. Der Absturz erfolgte in den Schweizer Alpen. Dort können Luftströmungen mit hohen Temperaturunterschieden auftreten", erklärt Scheffler, der selbst einen Pilotenschein besitzt.