Auerbacher Beatboxer hat es drauf

"Alles mit'm Mund" hieß ein Hit der Prinzen. Das könnte auch das Motto von Schamsedin Mezni alias Brownbasic sein. Der Auerbacher Beatboxer wurde kürzlich in Berlin deutscher Vizemeister. Sein bislang größter Erfolg.

Von Mario Wild

Der Mann hat es drauf. Das Publikum rastet im Regelfall aus, wenn der Auerbacher sein Können präsentiert. Schamsedin Mezni zählt zu den besten Beatboxern des Landes. Sein Können stellte er zuletzt bei der German Beatbox Championship in Berlin auf unter Beweis: Quasi die Deutsche Meisterschaft der Beatboxer. Dort wurde der Vogtländer Vize-Meister, musste sich im Finale nur "Madox" aus München denkbar geschlagen geben.
Beatboxen - was ist das eigentlich? Wikipedia weiß bekanntlich (fast) alles: "Beim Beatboxing oder Beatboxen werden Drumcomputerbeats - zuweilen auch Scratches oder Schlagzeug- und andere Perkussionsrhythmen, seltener auch weitere Instrumente und andere Klänge - mit dem Mund, der Nase und dem Rachen imitiert", berichtet das Online-Lexikon. Aha.
"Meine Stärke ist es, die Leute zu unterhalten", sagt Brownbasic alias Schamsedin Mezni. Deshalb bevorzugt er lieber Einzelauftritte als Mann-gegen-Mann-Duelle (Battles). Wie laufen diese ab? "Zuerst wird Stein, Schere, Papier gespielt, um zu entscheiden, wer anfängt. Nach 90 Sekunden wird gewechselt und das zweimal", so der 22-Jährige. "Einen guten Beatboxer zeichnet Wiedererkennungswert aus. Nur kopieren von anderen bringt nichts", so Schamsedin, der sich selbst als "melodisch und kreativ bezeichnet". Wichtig sei ein eigener Stil.
Geboren in Eisenach, kam er als Zweijähriger nach Auerbach. Mit neun Jahren fing Schamsedin, mit dem Beatboxen an. "Alles begann mit einem Video auf clipfish, dem Vorläufer von Youtube", so der Autodidakt, der sich alles selbst beigebracht hat, was er Wissen und Können muss.
"Geübt" wird mittlerweile überall - besonders viel Spaß macht es beim Autofahren", lacht Schamsedin. Angehalten von der Polizei wurde er dabei übrigens noch nicht.
Der Vizemeistertitel in Berlin ist Schamsedins bisher größter Erfolg. Und fast hätte es sogar zu mehr gereicht. Mit 2:1-"Richterstimmen" sah die Jury, der unter anderem der holländische und französische Meister angehört, seinen Konkurrenten vorn, was nicht auf die ungeteilte Zustimmung des Publikums stieß. Sei es drum. Brownbasic würde durchaus gern mehr Bühnenauftritte hinlegen. Doch Veranstaltungen hierzulande sind eher rar gesät. "In Deutschland ist Berlin die absolute Hochburg", so der Experte, der sich für die Meisterschaft mit einem zweiminütigen Youtube-Video beworben hatte.
Wenn er nicht gerade auf der Bühne steht, studiert der Auerbacher Betriebswirtschaftslehre in Zwickau. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Bereich Marketing. Noch in diesem Jahr wird er seine Bachelor-Arbeit präsentieren. Er könne sich später durchaus vorstellen - wenn irgendwie möglich - Hobby und Beruf miteinander zu verbinden.
Welche Art von Musik hört "Brownbasic" eigentlich privat? "Ich bin da relativ offen. Eigentlich alles, was sich gut anhört. Besonders aber Trap-Music mit ihren neuartigen Hip-Hop-Beats", so der Auerbacher.
Wer sich vom Können von Brown Basic überzeugen will, kann dies auf Youtube - oder auf Instagram (7500 Follower) - tun.