Auerbach: Afghane von Brautvater mit Messer attackiert

Ein 25-jähriger Afghane wird vom Vater und Bruder seiner Liebsten mit Messerstichen und Schlägen attackiert. Die beiden Syrer saßen am Montag nun wegen gefährlicher Körperverletzung vorm Auerbacher Amtsgericht.

Auerbach - Die Liebe zwischen einem Afghanen und einer 17-jährigen Syrerin wurde am 6. Juni 2017 abrupt durch die männlichen Familienmitglieder des Mädchens beendet. Und zwar blutig, mit Geschrei und Großeinsatz der Polizei vor der Breitscheidstraße 4 in Auerbach, der Wohnung der syrischen Familie und Tatort. Halb Auerbach bekam mit, wie der Liebhaber der Tochter schwer verletzt, mit Schnittwunden im Gesicht, an Ohr, Hals, Hüfte und Oberschenkel sowie blutendem Auge ins Krankenhaus abtransportiert wurde.

Die Angeklagten: Der 52-jährige Samir, Maler aus Aleppo, lebt seit 1999 in Deutschland und hat seit 2017 die deutsche Staatsbürgerschaft. Im Göltzschtal kannte man ihn als Obstverkäufer. Sein Sohn Mohammed (22), wurde in Rodewisch geboren und besuchte Schulen in Ellefeld und Auerbach. Derzeit jobbt er als Zeitarbeiter in Mannheim. Auch er hat den deutschen Pass.

Das Opfer: Der 25-jährige Baldar, war Student in Afghanistan, flüchtete nach Deutschland und arbeitet als Schweißer in Treuen. Der Anlass: Die 17-jährige Samar, die schon ein halbes Jahr mit Baldar geht. Als Vater und Bruder von der Beziehung Wind bekommen, kommt es am 3. Juni zur Aussprache zwischen Baldar und der Familie des Mädchens. Baldar bittet den Vater, Samar heiraten und sie öfter sehen zu dürfen. Der Vater vertröstet den Werbenden auf nach Ramadan.

Die Tochter sei minderjährig, müsse ihre Ausbildung noch beenden, ehe es mit dem Heiraten etwas werden könne, so der Anwalt von Mohammed, Alexander Giehler. Gegen die Verbindung war der Vater, weil der junge Mann einen schlechten Einfluss auf die Tochter genommen habe - Samar die Schule schwänzte.

Am 6. Juni klingelt der Afghane an der Wohnung der syrischen Familie. Er habe die Freundin besuchen, ja abholen wollen, so das Opfer. Laut Anklage der Staatsanwaltschaft, sei Baldar vom Bruder der Freundin mit der Faust ins Gesicht geschlagen worden. Es folgte ein Kopfstoß gegen die Nase. Mohammed soll Baldar in den Schwitzkasten genommen und gewürgt haben. Derweil holte der Vater ein Messer aus der Küche und habe den Afghanen in den Rücken und Oberschenkel gestochen.

Baldar flüchtete ins Wohnzimmer auf den Sessel, wobei ihm diesmal der Sohn folgte uund ihn zwei Mal ins Gesicht und in den Hals gestochen haben soll. Bevor Mohammed zustach, soll er "Allah ist groß" gerufen haben. "Das ruft man, wenn man ein Schaf schlachtet", so der Afghane, dessen Aussage per Dolmetscher übersetzt wurde. Das Mädchen ging dazwischen - und rief die Polizei.

Nach Aussage der Angeklagten seien nicht sie es gewesen, die zugestochen hätten. Der Afghane habe das Messer gehabt. Man habe ihn zu Boden gebracht, das Messer sei dabei runtergefallen. Heute lebt die syrische Familie in Mannheim. Nach dem Vorfall seien sie massiven Drohungen durch die Freunde des Afghanen ausgesetzt gewesen. Der Prozess wird nach Ostern fortgesetzt. Weitere Zeugen, wie die 17-jährige Tochter, werden gehört. cze