Auch ohne Geld: Plauen bleibt

Wenn sich die Stadt Plauen nicht mehr mit städtischen Mittel an der Betreibung des Flughafens Hof-Plauen beteiligt, wird dann der kleine Airport nur noch Flughafen Hof heißen? Nein! Sagt zumindest Flughafen-Geschäftsführer Hermann Seiferth im Gespräch mit dem Vogtland-Anzeiger.

Plauen - Ab 2014 muss die Gesellschaft des Flughafens Hof-Plauen auf die bisher jährlich verabreichte Geldspritze aus Plauen verzichten. Die Stadt hält als Gesellschafter zwar weiter zum Regionalflughafen, will aber zum Ausgleichen der Verluste aus eigener Tasche nichts mehr bezahlen. Das Aus der täglichen Direktverbindung nach Frankfurt am Main Anfang vergangenen Jahres, habe die Entscheidung des Stadtrates bekräftigt.

Besonders die Fraktionen der SPD, Grünen und Linken machten sich mehrfach dafür stark, den Geldhahn zuzudrehen. Auch ein generelles Aussteigen aus der Betreibung wurde immer wieder angesprochen. Die Gelder aus Plauen für den Betrieb des Flughafens sind in den vergangenen Jahren deutlich geschrumpft. Liegt die jährliche Summe aktuell bei rund 25 000 Euro, flossen bis 2010 noch gut 200 000 Euro in die Gesellschaft. 2014 soll nun Schluss sein. Der Vogtlandkreis zahlte bisher pro Jahr ebenfalls gut 200 000 Euro.

Kreis beteiligt sich weiter

Das Geld ist weg, der Name aber bleibt. Daran werde nicht gerüttelt, meint Flughafen-Geschäftsführer Hermann Seiferth. "Die Diskussion wird auf bayerischer Seite nicht geführt. Dass Plauen aus dem Namen raus soll, will kein Mensch." Schade sei es aber allemal, dass sich die Stadt nicht mehr beteilige. "Jeder Verlust an Eigenkapital tut weh und muss aufgefangen werden." Der Vogtlandkreis beteiligt sich weiter am Flughafen finanziell - über die Kreisumlage auch mit Mitteln aus der Stadt Plauen.

"Wir sind ein gemeinsamer Regionalflughafen", sagt Hermann Seiferth. Deutlich werde dies besonders beim Blick auf die Flugbewegungen. Demnach kommen fast die Hälfte der Fahrgäste aus dem Vogtland. "Bei den stationierten Geschäftsfliegern haben wir mehr aus dem Vogtland als aus Oberfranken", so der Geschäftsführer. Das Aus der Plamag in Plauen spiele in diesem Bereich keine große Rolle. Davon war eher die Frankfurt-Linie betroffen. Das Werk sei ein eifriger Nutzer des Angebotes gewesen, doch nach der Umstrukturierung des Standortes wurde die Statistik schlechter. "Das ist vielleicht auch ein Grund für das Linien-Aus", sagt Seiferth.

Zahl der Flüge steigt

Die Geschäftsfliegerei soll künftig am Flughafen Hof-Plauen ausgebaut werden. Eine erste erfreuliche Nachricht kann der Airport hier vorweisen. Im vergangenen Jahr konnten die Flugbewegungen deutlich gesteigert werden. Es sind 8195 Starts und Landungen 2012 gezählt worden, die Linienflüge zwischen Hof und Frankfurt am Main bereits rausgerechnet. Das sind 718 Bewegungen mehr als 2011.

Im März wollen die Gesellschafter des Flughafen auf ihrer Sitzung über eine bisher nicht öffentliche Studie beraten. Darin wurden in den letzten Monaten die Zukunftschancen und Möglichkeiten des Airports zusammengefasst. Das Papier bestätige, dass der Flugplatz für Geschäftsflieger sehr gut geeignet sei und im Wettbewerb mit vergleichbaren Landeplätzen auch Vorzüge habe. "Ein Instrumentenlandesystem haben andere Flughäfen wie Bayreuth nicht", sagt Hermann Seiferth. Dadurch könne der Flugplatz den Piloten eine durchgehende Zuverlässigkeit anbieten.

Nach dem Linien-Aus Anfang 2012 mussten acht der damals 15 Flughafen-Beschäftigten gehen. Heute sind noch für den täglichen Ablauf sechs Betriebsdienstmitarbeiter und eine Person in der Verwaltung angestellt.