Auch der Bauhof Plauen bekommt Ermahnungen

 

Plauen - Auch wenn die Meteorologen bis zum Wochenende Tauwetter am Tag angekündigt haben, bleibt der Winter wohl noch einige Zeit unser eiserner Begleiter. Mit den steigenden Temperaturen am Tag, steigt allerdings derzeit auch wieder die Gefahr von herabfallenden Eiszapfen.

Die Plauener erlebten gestern einen Wintertag wie aus dem Bilderbuch. Der Sonnenschein vom blauen Himmel funkelte im Schnee und Eis. Aber ließ auch den Schnee auf den Dächern antauen. Das Wasser kann allerdings auf vielen Dächern durch vereiste Dachrinnen nicht abfließen und bahnt sich so seinen Weg über die Abflüsse Richtung Fußweg. Dabei entstehen zum Teil enorme Eiszapfen, die auch zum Geschoss werden können, wenn sie abknicken und zu Boden stürzen.

In der Pflicht sind die Hauseigentümer. Sie müssen ihrer Räum- und Streupflicht nachkommen. Kontrolliert wird dies von der Stadt Plauen. Eine Mitarbeiterin der Stadtverwaltung ist momentan im Stadtgebiet unterwegs und hält Ausschau nach Gefahrenquellen und nicht geräumten Gehwegen. Ist ein Fußweg überhaupt nicht oder nur teilweise vom Schnee befreit, erfolgt eine Aufforderung, den Winterdienst ordnungsgemäß durchzuführen. Diese wurde in diesem Jahr bereits rund 80 Mal erteilt. Ist ein Bereich auch bei der zweiten Kontrolle noch nicht geräumt, wird ein Verwarngeld von rund 100 Euro erhoben.

 

Bei den "ganz harten Fällen", wie Kerstin Schicker vom Plauener Tiefbauamt sagt, muss ein Bußgeldverfahren eingeleitet werden. Etwa 25 Hauseigentümer haben in diesem Winter bereits Post bekommen und müssen mit Kosten von bis zu 500 Euro rechnen. Meist ist der Gehweg vor leer stehenden Häusern nicht geräumt, sagt Schicker. Bei Gefahren beauftragt die Stadtverwaltung eine Firma, die dann die Problembereiche von Eis und Schnee befreien. Die entstandenen Kosten werden dem Eigentümer in Rechnung gestellt.

Nicht nur Hauseigentümer werden ermahnt. "Na klar" auch der städtische Bauhof wird angeschrieben, wenn stadteigene Flächen ungenügend geräumt sind, sagt Kerstin Schicker und reagiert damit auch auf Kritik der letzten Tage gegen den städtischen Winterdienst. Bereits mehrmals in diesem Winter hätte auch der Bauhof Aufforderungen erhalten, heißt es.

Fast von allen Dächern ragen im Moment lange Eiszapfen. Eine große Gefahr für Fußgänger und geparkte Fahrzeuge am Straßenrand. Die wohl größten Eisriesen in Plauen hängen derzeit am Capitol Filmtheater. An der Seitenwand des Gebäudes tropft es von bis zu zwei Meter langen Eisgiganten. Der abgesperrte Fußweg ist bereits völlig vereist. mar