Asyl-Notquartier Obermylau bald leer

Nach der Rodewischer Turnhalle wird Ende Februar auch die Asyl-Notunterkunft in Obermylau leergezogen. Grund: Die Zahlen der ankommenden Asylbewerber gehen zurück - teilt die Kreisverwaltung mit.

Reichenbach/Rodewisch - Die Rodewischer Turnhalle, Ende November eingerichtet als erste Notunterkunft im Vogtlandkreis, ist seit Mitte Januar beräumt und bleibt leerstehend in Reserve für den Evakuierungsfall, zum Beispiel bei Hochwasser. " Den möglichst schnellen Leerzug haben wir von Beginn an zugesagt und eingehalten", so Asylkoordinator Volker Neef. Die Bewohner wurden in angemietete Wohnungen im Vogtlandkreis verteilt.

Ende Februar wird aufgrund der zurückgehenden Zuweisungen auch die Notunterkunft in Obermylau leergezogen. Die ehemalige Speditionshalle wurde vor Weihnachten als Notunterkunft bezogen. 39 Bewohner werden in Wohnungen umziehen. Notunterkünfte werden weiternur begrenzt und befristet genutzt, unterstreicht der Landrat die auch mit den Bürgermeistern abgestimmte Verfahrensweise. Er hält auch am Prinzip fest, keine Sporthalle zu nutzen. Bei Zuweisungen von Flüchtlingen wurden den sächsischen Landräten in Dresden zugesagt, dass ab Februar nur noch durch das Bundesamt registrierte Asylsuchende zugewiesen werden.

Eine Prognose für 2016 gibt es noch nicht. Der Vogtlandkreis verfügt gegenwärtig über 1.800 Plätzen in Wohnungen in 20 Kommunen, 350 Plätzen in den beiden Heimen in Plauen. Der für 18 Monate angemietete Ellefelder Hof ist mit 43 Menschen belegt. In der Auerbacher SFG leben 55 Bewohner. Die dezentrale Unterbringung und Betreuung hat sich bewährt, so Neef der dafür wirbt geeigneten Wohnraum zur Vermietung anzubieten. Interessenten können ihre Angebote direkt an immobilien@vogtlandkreis.de senden. Damit gelingt es derzeit rund 50 Plätze wöchentlich zu akquirieren.

Die seit Jahresende zurückgegangenen Zuweisungen nennt Landrat Rolf Keil einen Puffer und die gewonnene Zeit ein Aufatmen. Unterbringung und Integration können geordneter angegangen werden.Von Januar bis Ende März habe der Kreis wöchentlich etwa 37 Asylbewerber aufgenommen.