Astrid-Lindgren-Schule auf gutem Weg

Die Astrid-Lindgren-Schule in der Plauener Ostvorstadt wird derzeit grundsaniert. Vom ehemaligen Gebäude bleibt nur die Rohbaukonstruktion. Beim Zeitplan liegt man gut im Rennen.

Plauen - "Wir liegen sehr gut im Plan. Es gibt keine Veranlassung, an der geplanten Wiedereröffnung in den Sommerferien 2017 zu zweifeln", eröffnete Axel Markert, Projektleiter von der Plauener Gebäude- und Anlagenverwaltung, am Donnerstag den Rundgang über die Baustelle der Astrid-Lindgren-Schule. Schwer zu glauben, wenn man sich das traurige Bauwerk ansieht. Eine Menge haben sich die Bauherren für den Neubau vorgenommen. "Im Prinzip bleibt von dem alten Gebäude nur die Rohbaukonstruktion stehen", so Markert. "Wir wollen in den Sommermonaten unseren Bürgern zeigen, was alles in unserer Stadt passiert und wo überall investiert wird. In Plauen gibt es viele Bauvorhaben. Es ist außergewöhnlich, dass wir so viel investieren, aber dafür haben wir uns enorm bemüht, in viele Förderprogramme zu kommen", erklärte Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer die Investitionsflut.

Axel Mekert, der für die Stadt Plauen das Grundschul-Projekt leitet, gab gestern einen Überblick über den Bau-Stand. "Dieses Vorhaben ist sehr lang vorbereitet worden. Klar war, dass der Plattenbau aus DDR-Zeiten grundlegend erneuert werden muss. Neben dem Gebäude an sich wird aber auch der Schulhof komplett erneuert. Hier müssen wir die Entwässerung, die ziemlich marode war, sanieren. Zudem soll der Hof in sich geschlossen sein, dass die Schulkinder wirklich für sich allein sind", gab Markert einen Überblick.

Vom alten Schulhof ist nicht mehr viel zu sehen. Der Asphalt wurde großzügig abgetragen und der ehemalige Eingangsbereich abgerissen. "Dort entsteht ein neuer Eingangsturm mit Fahrstuhl für die Barrierefreiheit", erklärt Markert. Das Thema Barrierefreiheit war ein großes bei dem Bauvorhaben. Für Rollstuhlfahrer braucht es Türen, die mindestens 90 Zentimeter breit sind. Die in der Astrid-Lindgren- Schule sind allerdings drei Zentimeter zu schmal.

"Zusammen mit den Behörden haben wir dieses Problem gelöst. Wir hätten ja nicht jede einzelne Tür drei Zentimeter breiter machen können. Da hätten zu viele Dinge verändert werden müssen", lobt Axel Merkert die gute Zusammenarbeit. Doch bevor die Innenarchitekten ihre Arbeit aufnehmen können, muss das Dach erneuert werden. Das alte Dach war schräg nach innen gebaut, damit das Regenwasser durch das Gebäude abgeleitet werden kann. Das neue Dach wird ein Flachdach, das trotzdem das Wasser über die Fassade abfließen lässt. "Zudem werden auf dem Flachdach Photovoltaikanlagen angebracht", so Markert und fügt an: "generell wird das Gebäude komplett energetisch auf den neuesten Stand gebracht. Das geht mit Wärmedämmung auf dem Dach los und zieht sich durch alle Wände der neuen Schule."

Insgesamt stehen den Projektleitern 3,3 Millionen Euro zur Verfügung. Dafür wird der ganze Bau generalsaniert. "Zehn Prozent Mehrkosten sind bei einem solchen Vorhaben üblich. Die Planungen liegen schon ein paar Jahre, da können sich auch die Preise für den Bau verändern. Außerdem stößt man immer wieder auf Probleme und Hindernisse", erklärt Ralf Oberdorfer die Kalkulation. Wie Markert beschreibt, seien zum Beispiel erste Proben für eine Kostenprognose aus dem Fundament vollkommen unterschiedlich zu dem wirklichen Bestand gewesen. So etwas führt dann dazu, dass die Kosten für eine Sanierung steigen.

Bis zu den Sommerferien in einem Jahr müssen sich die Schüler aus der Astrid-Lindgren-Schule gedulden. Bis dahin sind sie noch in der Allende- Schule untergebracht, was zu Anfang einige Kritik hervorrief. "Das ist aus der Welt. Die Beförderung ist geregelt und den Kindern macht es sogar Spaß, mit der Straßenbahn zu fahren. Zurzeit liegen keine Beschwerden mehr vor", zeigte sich Sozialbürgermeister Steffen Zenner zufrieden mit der ruhigen Stimmung rund um den Schulbau.