Aspida Pflegecampus wächst

Es wächst, das Aspida-Gebäude in der Bergstraße und bietet Raum für 110 Pflegeplätze in getrennten Wohngruppen für ältere und für jüngere pflegebedürftige Menschen. Gestern wurde Richtfest gefeiert. Bereits im Oktober soll der Pflegecampus eröffnet werden.

Von Marlies Dähn

Plauen Großartiges entsteht in der Bergstraße mit dem Pflegecampus. Das ist auch beim Richtfest zu spüren, zu dem viele gut gelaunte Gäste gekommen sind. Im Rohbau ist ein leckerer Festschmaus vorbereitet für Bauleute, Bauherren, Betreiber, Architekten, Freunde, Wegbegleiter und die wohlgesonnene Nachbarschaft. Auch Steffen Marquardt filmt von seinem Rollstuhl aus dieses besondere Ereignis. Der Plauener war bereits bei der Grundsteinlegung am 4. April letzten Jahres mit vor Ort. Der 57-Jährige möchte hier einziehen und freut sich schon, wenn alles fertig ist.
Aus zwei Flügeln setzt sich der Neubau zusammen. Durch einen Zwischenbau bleiben die Gebäudeteile einander verbunden. Muntere Farbgebung und klare Linien auf der Computer-Zeichnung lassen nicht auf den ersten Blick vermuten, dass hier ein Pflegeheim entsteht.
Das ist gewollt. Denn hier geht es auch um junge Pflege, um Menschen zwischen 18 und 60 Jahren. Sie wollen, so weit es geht, selbstbestimmt am Leben teilhaben. Bisher gab es keinen Platz in den Pflegeeinrichtungen des Landes für junge Menschen, die aus dem Leben gerissen wurden und die auf Pflege angewiesen sind. Das ändert sich jetzt, wie Sebastian Thieswald, geschäftsführender Gesellschafter der Aspida GmbH am Mittwoch beim Richtfest versicherte. So wird es im Untergeschoss des Pflegecampus neben einem Fitnessraum auch eine Videolounge geben mit Videowand und Spielekonsole, mit Computern und schneller Internetverbindung. Denn auch das ist wichtig. Für die jungen, pflegebedürftigen Menschen soll die Welt nicht draußen bleiben. Sie sollen einen Teil ihres alten Lebens mit ins Haus holen können. "Bei uns gibt es nicht einen Speisesaal, sondern ein Restaurant und eine Cafeteria", fügte dazu Christophe Holzapfel an. Er ist der neue verantwortliche Pflegecampusleiter in Plauen. Der Diplom Pflegewirt ist Branchenkenner, der über einschlägige Erfahrungen als Leitungskraft unter anderem in der ambulanten Pflege sowie der Kinder-, Jugend- und Behindertenhilfe verfügt.
"Sowohl unsere Einrichtungen, als auch insbesondere die bei uns lebenden Menschen sollen bewusst in der Gesellschaft integriert bleiben. Ein ,drinnen und draußen‘, also eine Isolation, kann somit gar nicht erst entstehen. Der Lebensstil jedes Einzelnen, die Alltagsnormalität, bildet unsere Handlungsmaxime", erklärt Sebastian Thieswald im künftigen Veranstaltungsraum den anwesenden Gästen. Seit 2007 habe er sich mit dem Gedanken getragen, solch eine Pflegeeinrichtung zu verwirklichen. Mit Gründung der Aspida GmbH 2015 war das Ziel greifbar. Pflege, mit einer dem Menschen zugewandten Haltung, attraktiver zu gestalten, sei der Wunsch. Mit dem Pflegecampus könne das gelingen, so Thieswald, der zuallererst den Bauarbeitern dankte. Wegen des milden Winters fiel deren geplante Winterpause ins Wasser. "Der Wettergott war uns ein wohlgesonnener Projektbegleiter", fügte Sebastian Thieswald an.
Bauherr des Pflegecampus ist die Aedifica Asset Management GmbH aus Frankfurt am Main mit Martin Engel an der Spitze, die sich auf die Errichtung von Pflegeeinrichtungen spezialisiert hat. Firma Schneider Systembau hat die Umsetzung des Projektes übernommen.
Ordentlich ranklotzen hieß es für die Bauschaffenden, um gestern dem Rohbau die Richtfestkrone aufzusetzen, wie Zimmerermeister Henrik Pilz von der Holzbau Reichel GmbH Callenberg beim Richtspruch wissen ließ.