Arnold Böswetter als Stichwort-Geber

Reichenbach - Passender hätte der Ort nicht gewählt werden können: im Neuberin-Museum stellt Volkmar Förster seine Bühnenbilder aus. Ist doch der viele Jahre in Eschenbach wirkende Künstler auch Bühnen- und Kostümbildner und arbeitete viele Jahre fest angestellt oder später freischaffend für zahlreiche Bühnen in Deutschland.

Das Geburtshaus der Neuberin beherbergt neben der theatergeschichtlichen Sammlung rund um die Reichenbacher Theaterreformatorin auch zahlreiche Exponate, die mit der Bühne in Sachsen und darüber hinaus zu tun haben. Doch am Anfang des Gesprächs mit Volkmar Förster, das den fast zweistündigen Auftakt zur Ausstellungseröffnung bildete, stand die Frage, warum der Maler das Vogtland und seine Galerie LandArt in Eschenbach verlassen habe. Lebt und wohnt er doch seit einiger Zeit südlich von Schwerin.

Es seien vor allem familiäre Gründe gewesen, die ihn bewogen haben, mit 70 Jahren nochmals eine so gravierende Veränderung in seinem Leben anzugehen, so Volkmar Förster. Biografische Bezüge Försters machten deutlich, dass es - nach einem erfolgreichen Lehrerstudium - die Sehnsucht nach dem Theater war, die dazu führte, dass er in Dresden an der Hochschule für Bildende Kunst die akademische Ausbildung eines Bühnen- und Kostümbildners abschloss.

Zahlreiche Anekdoten aus dem Theaterleben zeigten den weit über 50 Besuchern witzig und anschaulich, wie kompliziert und anstrengend der Weg von der Idee zu einem Bühnenbild bis zur dann durchgesetzten Realisierung ist.

Bis das durchaus seriös geführte Gespräch zwischen dem Künstler und Lutz Behrens, dem Redakteur dieser Zeitung, von einem seltsamen Herrn jäh unterbrochen wurde. Arnold Böswetter tauchte auf, ein merkwürdiger Geselle mit eigentümlichem Gang und blühenden Blödsinn von sich gebend. Die beiden Gesprächspartner machten gute Mine zum lustigen Spiel und ließen Franz Lasch (der hinter dem überdimensionalen Pappmachékopf des Herrn Böswetter schwitzte) schwadronieren, dass sich Balken und Zuschauer vor Lachen bogen.

Doch gab der Puppenkopf das Stichwort, auch auf die Puppenspielerkarriere Volkmar Försters zu sprechen zu kommen. Geboren wurde diese weitere, sehr erfolgreich betriebene Profession Försters aus einer Notlage heraus, und auch der erste Auftritt im damaligen Ferienheim in Jößnitz geriet eher zur Katastrophe. Später verdiente Volkmar Förster mit seinem Puppenspiel nicht nur gutes Geld, sondern trat sogar 1994 in Brüssel auf. Im Neuberin-Museum sind neben Bühnenbildern und Kostümentwürfen auch Puppentheaterbühnen und zahlreiche Puppen zu sehen.

Gezeigt werden Bilder zum Theater und Plakate. Die Ausstellung gewährt Einblicke in ein langjähriges, erfolgreiches künstlerisches Schaffen für das Theater in seinen verschiedensten Formen. Theater in seiner lustigen Variante bekamen die Ausstellungsbesucher dann noch auf der Wiese vor dem Museum geboten. In einer Sonderveranstaltung zeigten Clown Locci alias Franz Lasch und Maria aus der Filmstadt Babelsberg ihr neuestes Programm "Locci und Fröken Fredl". Hin und wieder gen nächtlichen Himmel rauschende Feuerwerkskörper ließen bei beiden Clowns nur eine Reaktion zu: "Schööön!"  M.B.