Armin Döhler: Lob und Anerkennung

Armin Döhler, dessen Herz - nicht nur ein ganzes Berufsleben lang - für die Landwirtschaft schlägt, wurde am Montag nach 40 Jahren in den Ruhestand verabschiedet, von Minister Frank Kupfer. Rund 200 Gäste kamen in den Großen Saal des Landratsamtes, wo mit einer Bauernversammlung vor 23 Jahren Döhlers Zeit im Landwirtschaftsamt begann.

Plauen - "Armin Döhler gehört zu den größten Lobbyisten für die Landwirtschaft. Er hat sich stets eingesetzt für die Interessen der Landwirte und für das hohe Ansehen der Berufsgruppe. 17 Jahre hat er sein Wissen als Lehrer an den landwirtschaftlichen Nachwuchs weitergegeben und stand anschließend 23 Jahre den Landwirten in der Landwirtschaftsverwaltung zur Seite. 'Plauener Land ist Döhler-Land', das war sachsenweit bekannt", sagte Minister Frank Kupfer und erinnerte auch an den beruflichen Wandel in 40 Jahren. "Aus LPG wurden bäuerliche Betriebe, aus 20 PS wurden 200 PS und aus 3400 wurden mehr als 9000 Liter Milchleistung - und auch in der Landwirtschaftsverwaltung gab es immense Veränderungen.

Mit Herzblut hat Armin Döhler seinen Mitarbeitern, den Landwirten und den Ministern zur Seite gestanden", bekräftigte Kupfer - einer von vier Ministern, die Döhler als Vorgesetzte hatte. Rolf Jähnichen, der 1990 bei der Bauernversammlung im Großen Saal des Landratsamtes, als erster sächsischer Landwirtschaftsminister mit dem Leiter des Landwirtschaftsamtes Plauen, Armin Döhler, vor den vogtländischen Landwirten Rede und Antwort stand, hatte Grußworte geschickt. Landwirtschaftsminister a.D. Steffen Flath gehörte am Montag zu den Gästen und dankte Döhler als außerordentlich guten Ratgeber, der "Minister auch immer wieder erden konnte".

Loyal, ehrlich, beharrlich und verlässlich - so habe sich Armin Döhler in viele Bauernherzen geschrieben. Auch bei Julia Floß, die als Milchkönigin das Vogtland vertrat und seit vier Jahren erfolgreich den Pausaer Familienbetrieb mitführt. "Ich habe von Ihnen gelernt, mutig die eigenen Ansichten zu vertreten und auch bei Niederlagen wieder aufzustehen", sagte sie. Und auch Vize-Landrat Rolf Keil würdigte Döhlers Leistungen, sein Ziel, "die Landwirtschaft als prägenden Faktor im Vogtland zu verankern, mit: Ökoproduktion, Direktvermarktung, Erhaltung des Plauener Milchhofes und vielen anderen mehr bis hin zur Zusammenarbeit in Europa und vor allem mit dem polnischen Partnerkreis Kielce. Bei allem was Armin Döhler geleistet hat, ist er immer Mensch geblieben".

14 Jahre war Armin Döhler, der am 21. Juni seinen 65. Geburtstag feierte, Leiter des Plauener Landwirtschaftsamtes, bevor er 2004 Leiter Landwirtschaft im Regierungspräsidium Chemnitz wurde. Und er hat als "Vater des Europäischen Bauernmarktes" Plauen und das Vogtland hinaus in die Welt getragen. Seit 2008 war sein Arbeitsplatz in Dresden im Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und Geologie (LfULG) als Abteilungsleiter für Agrarrecht und Förderung. Und so war er für fünf Referate und zehn Außenstellen mit 445 Mitarbeitern verantwortlich.

Am Montag überreichte ihm Minister Kupfer die Entlassungsurkunde - und stellte mit Jörg Weißbach den Nachfolger vor. "Für mich wird es nicht leicht werden, weil Armin Döhler große Fußstapfen hinterlassen hat. Aber ich gehe mit Zuversicht an die neue Aufgabe, weil ich sicher bin, dass ich unterstützt werde", sagte der bisherige Referatsleiter und Stellvertreter Döhlers. Die Moderation des Empfangs im Plauener Landratsamtes hatte LfULG-Präsident Norbert Eichkorn übernommen.

In Wort und Bild erinnerte Michael Eckl, Leiter der Plauener Außenstelle und der Fachschule für Landwirtschaft, an die Spuren, die Armin Döhler als Lehrer und Amtsleiter im Vogtland hinterlassen hat. Vor allem Bildung, Aus- und Weiterbildung hätten ihm am Herzen gelegen. Die ersten Absolventen verließen 1993 die Fachschule in Plauen. "Alle sind heute in verantwortlichen Funktionen. Auch 129 junge Meister wurden im Vogtland ausgebildet", freute sich Eckl. Auch Dr. Jörg Hilger ist als Hauptgeschäftsführer des Landesbauernverbandes des Lobes voll: "Ein einmal gegebenes Wort, eine Zusage, hatte für Armin Döhler immer Bestand. Und er hatte nie Angst vor 'großen Tieren'. Weil er so ist wie er ist, hat er eine hohe Stellung bei den sächsischen Landwirten."

"Ich wollte nur eine gute Arbeit leisten. Und so betrachte ich die Lobesworte als Anerkennung für meine Mitarbeiter. 445 sind es, zwei Drittel davon Frauen", sagte Döhler und überreichte seinen über die Jahre fünf Sekretärinnen einen Blumenstrauß, "als Dank, dass sie es mit mir ausgehalten haben - und dass sie vor dem vierten Klingeln am Telefon waren. Wir sind öffentlicher Dienst und freuen uns darüber wenn uns jemand anruft. Ich konnte es nie leiden, wenn das Telefon lange läutete", erklärte Döhler. "Die Abschiedsveranstaltung auf meinen Wunsch hier in dem Saal wo alles begann, gibt auch Zeit zur Rückbesinnung. Da ich ein echter Anhänger der europäischen Einigung bin, freue ich mich, dass ab heute Kroatien zur EU gehört", so Döhler. Er ermunterte alle Behördenmitarbeiter, für die weitere Arbeit zu einem breiten Blick, um Entscheidungen richtig einzuordnen. Wichtig sei der Kontakt zu den Agrarbetrieben.

Täglich 130 Kilometer hin und zurück - im Jahr rund 50 000 Kilometer - seien für Döhler nicht so belastend gewesen, "wie die Unzufriedenheit, wenn was nicht so geklappt hat". Und dennoch freut sich Ehefrau Iris, mit der er seit 1970 verheiratet ist, dass die Fahrerei ein Ende und Armin Döhler mehr Zeit für die eigene Landwirtschaft hat - ein Grünlandbetrieb und eine Angusrinderherde mit 15 Mutterkühen und dem Nachwuchs. Seit Montag gehört auch ein kleines Glücksschwein dazu, das Klaus Rank, Chef der Agrofarm 2000 in Eichigt, als Geschenk mitbrachte.