Archivraum in Jocketa

Dort, wo noch vor einigen Jahren Geschichte gebüffelt wurde, wird jetzt die Geschichte der Gemeinde Pöhl eingelagert - in der Schule in Jocketa.

Jocketa/Pöhl - Noch stehen nur etwa zwei Dutzend Ordner in den Regalen des neuen Archivs. Das soll sich aber bald ändern, betonte Bürgermeisterin Daniela Hommel-Kreißl bei der Eröffnung des Raumes am Dienstagnachmittag. Das gesamte Material ist momentan noch bei verschiedenen Ortschronisten untergebracht. Claus Müller aus Ruppertsgrün habe ebenfalls signalisiert, dass er seine Unterlagen übergeben wolle. Ingrid Müller aus Helmsgrün brachte bereits am Eröffnungstag eine umfangreiche Zusammenstellung ihrer Ortschronik mit. Das sei aber auch nur ein Teil aus Helmsgrün.

Die umfangreichste Sammlung stammt von Herbert Steinmüller (86). Der Jocketaer beschäftigte sich über viele Jahrzehnte mit der Ortsgeschichte von Pöhl, dem Bau der Staumauer und der Elstertalbrücke. Er wird etwa 15 Ordner mit Haus- und Familienchroniken der meisten Dörfer der Gemeinde übergeben. Es müsse gesichert aufbewahrt werden, so der Ortschronist.

Steffen Fischer, er hat das Amt von Herbert Steinmüller übernommen, kann sich vorstellen, im Nebenraum ein Relief des versunkenen Dorfes Pöhl aufzubauen. Dazu will er die ehemaligen Bewohner einbeziehen.

Die Ortschronisten der Gemeinde Pöhl sind froh, dass es nun endlich mit einem Raum für die Unterlagen geklappt hat. "Wir haben lange davon gesprochen und gekämpft", bekräftigte Herbert Steinmüller. Die leer stehende Mittelschule in Jocketa bietet ausreichend Platz und optimale Bedingungen für das Material. Noch sind Wände und Regale leer, auch in den beiden verschließbaren Schränken ist noch viel Platz für historische Dokumente.

Bürgermeisterin Daniela Hommel-Kreißl dankte den ehrenamtlichen Chronisten der Orte und hofft auf noch viel Zuarbeit von den Einwohnern. "Es muss ins Bewusstsein kommen, dass jedes Stück Familiengeschichte auch ein Stück Ortsgeschichte ist." ker