Arbeitsbedingungen beim Bau der Neundorfer Straße

Plauen - Die Passanten sahen ihn fast nicht mehr, den Bauarbeiter, als er Mittwoch Vormittag auf der Neundorfer Straße in Höhe des Plauener Arbeitsamtes seinem Tagwerk nachging. In eine großen Staubwolke gehüllt, werkelte der Mann an kleinen Granitsteinen herum, mit einer Art Säge für die Gehwegelemente.

 

Gerade werden die Gehwegsteine nach und nach für die neue schöne Neundorfer Straße im oberen Abschnitt eingesetzt. Was auffiel, die Passanten gingen schnelleren Schrittes, um sich nicht im Staub schmutzig zu machen. Der Bauarbeiter wurde indes sehr schmutzig, kein Wasserstrahl dämmte den "Staubwuchs" bei der Arbeit, keine Schutzmaske hemmte, damit er die kleinen Partikel nicht einatmete. Und weil manches Mosaiksteinchen nicht passend war, wurde es von ihm tapfer mittels "Steinschneider" passend gemacht.

"Das sind nicht unsere Arbeiter", sagte der Vorarbeiter der mit der Sanierung der Neundorfer Straße beauftragten Firma TS Jena auf den Hinweis, dass auf diese arbeitschutzfeindliche Art die Straße erneuert werde. Subunternehmen seien das, die müssten sich um ihre Leute kümmern, so der TS-Mann. "Ich werde denen das noch mal sagen", fügte er an. Der Arbeiter stand indes weiter im Staub. Laut dröhnte weiter der Motor der Säge, ganz ohne Kühlwasser drang das Blatt durch den Stein. Und der Bauarbeiter werkelte weiter ohne Schutzmaske. "Wir haben alle keine", sagte ein Kollege. Was soll man machen, sie müssten fertig werden.

Nachtrag: Das Arbeiten mit Steinschneider ohne Abschirmung von Staub vor Passanten und anliegende Gebäude und Anlagen fand während der ganzen Maßnahme entlang der Neundorfer Straße statt. Schon an der Alten Feuerwache wurde die Bauleitung von TS Jena auf den Missstand aufmerksam gemacht. Der Vorarbeiter versprach damals Veränderung... fb