Arbeitsagentur Plauen rechnet mit mehr Arbeitslosen

"Wir haben unsere Glaskugel poliert, aber alles zeigt sie uns nicht", sagt Helga Lutz, Chefin der Aagentur für Arbeit Plauen auf die Frage zu Prognosen und die zu erwartenden Zahlen 2010. Es bleibe abzuwarten, ob die Beschäftigung in diesem Jahr stabil gehalten werden könne. Bei einer zu schwachen Belebung der Wirtschaft könne es auch aus der viel genutzten Kurzarbeit heraus zu einem Beschäftigungsabbau kommen.

 

"In den kommenden Monaten rechne ich mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit." Im Rückblick auf das Jahr 2009 zeige sich der vogtländische Arbeitsmarkt entspannt und robust, hieß es weiter. 15 542 Frauen und Männer waren im vergangenen Jahr arbeitslos gemeldet. Damit stieg die Zahl im Vergleich zu 2008 um 424 (2,8 Prozent) an. Die durchschnittliche Quote auf der Basis aller Erwerbspersonen la bei 12,1 Prozent. 40 097 meldeten sich arbeitsuchend, gleichzeitig beendeten 40 485 Menschen ihre Arbeitslosigkeit.

Während im Bereich der Arbeitsagentur die Zahl der Arbeitslosen um 0,5 Prozent zurück ging, stieg im Jahresverlauf die Zahl in den ARGEn um 4,9 Prozent an. Fälle wie Enka in Elsterberg seien natürlich erhebliche Einschnitte, die sich auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar machen, fügte Helga Lutz hinzu. Im Vergleich zum Vorjahr habe es eine positive Entwicklung bei Langzeitarbeitslosen gegeben. 724 Personen weniger als im Vorjahr seien zu verzeichnen gewesen. Auch der Frauenanteil sank um 6,6 Prozent. Um 8,5 Prozent stiegen die Zahlen bei den über 50-Jährigen sowie um 8,0 Prozent bei den Arbeitslosen unter 25 Jahren.

Einen Zuwachs an ungeförderten Jobangeboten gab es im Gesundheits- und Sozialwesen, in den Bereichen Erziehung, Unterricht, der öffentlichen Verwaltung und der Sozialversicherung. Ein Rückgang der Stellen ist bei der Überlassung von Arbeitnehmern und im Verarbeitenden Gewerbe zu verzeichnen. Insgesamt 18,2 Millionen Euro standen 2009 für Eingliederungsleistungen zur Verfügung. Dabei standen die Förderung der Berufsausbildung benachteiligter Auszubildender und die Sonderprogramme zur vertieften Berufsorientierung sowie die Weiterbildung Geringqualifizierter und Beschäftigter in Unternehmen im Vordergrund. Der Fachkräftebedarf sei nach wie vor hoch, deshalb soll auch 2010 der Focus auf Qualifizierung und individuelle Vermittlung gelegt werden.

Kurzarbeit sei ein viel genutztes Mittel, um Entlassungen zu vermeiden und Fachpersonal weiter an sich zu binden. Trotzdem sei die Inanspruchnahme vom ersten Quartal bis zu dritten Quartal, das vierte ist noch in der Auswertungsphase, weniger geworden. 354 Betriebe nutzen in der Region diese Möglichkeit für durchschnittlich 4000 Beschäftigte. Bei zehn bis 20 Betrieben habe es Meldungen mit Verdacht auf Betrug gegeben. In Zusammenarbeit mit dem Zoll werden entsprechende Untersuchungen durchgeführt. Dabei handle es sich meist um den Fall, dass trotz Kurzarbeit die Personen einer Arbeit im Rahmen der Vollzeitanstellung nachgehen. va