Arbeiterwohlfahrt saniert Robert-Wilke-Haus

Das Robert-Wilke-Haus in Reichenbach wird saniert und zum altersgerechten Wohnhaus ausgebaut.

Reichenbach - Beim Robert-Wilke- Haus handelt es sich um ein stadtbildprägendes Gebäude an der Ecke Am Graben/Obere Dunkelgasse, in dem einst Robert Wilke lebte, der Projektant und Oberbauleiter bei der Errichtung der Göltzschtalbrücke. Bauherr ist heute die Arbeitwohlfahrt Reichenbach, die bereits seit 2008 Sanierungspläne hegt.

Seither hat die Stadt immer wieder versucht, das Projekt in verschiedenen Förderprogrammen unterzubringen (Stadtsanierung, Stadtumbau). Doch immer wieder wurden andere Vorhaben voran gestellt und das Wilke-Haus musste warten. Seither "dümpelt" es vor sich hin, bietet einen heruntergekommenen Zustand und zieht Vandalen an, es mit Schmierereien zu "verzieren". Das soll sich nun ändern. Noch in diesem Herbst soll mit den Arbeiten begonnen werden. AWO-Geschäftsführer Steffan Günther rechnet mit einer Bauzeit von einem guten Jahr.

Entstehen sollen im Wilke-Haus sieben altersgerechte Wohnungen nach dem Vorbild in der ehemaligen Horch-Fabrik. Und der Anbau, den die AWO in Richtung Dunkelgasse plant, bietet Platz für drei weitere Wohnungen. Der Bedarf an innerstädtischem Wohnraum für ältere Menschen sei vorhanden, ist sich Günther sicher. Bereits jetzt lägen Anfragen vor, verrät er. Das Gebäude steht nicht unter Denkmalschutz. Schade eigentlich, denn die Fassade ist nach Ansicht des Bauherrn unbedingt erhaltenswert. Deswegen soll sie auch erhalten und saniert werden statt sie hinter Dämmmaterialien zu verstecken.

Die AWO habe sogar beantragt, erklärt der Geschäftsführer, das Haus in die Denkmalliste aufzunehmen. Stadt und AWO haben mittlerweile einen Sanierungsvertrag abgeschlossen. Demnach soll das Zwei- Millionen-Vorhaben zu je einem Drittel von Bund und Land gefördert werden. Der Rest bleibt als Eigenanteil, den sich Stadt und Bauherr teilen. Seit Bekanntwerden der Sanierungsabsichten gab es in Reichenbach immer wieder auch Kritiker, die Abriss und Neubau favorisierten. Sie dürften angesichts des zu erwartenden Schmuckstücks, das das Wilke-Haus voraussichtlich wieder wird, jetzt verstummen. Stadtrat Jörg Schaller meinte zur jüngsten Stadtratssitzung, was lange währt, werde gut. Er jedenfalls freue sich auf "ein schönes altes Haus statt einem Neubau- Kasten". ina