Arbeiter in Auerbach als Lebensretter geehrt

Ein schwerer Verkehrsunfall in Auerbach hat ein glückliches Ende gefunden - durch den Einsatz dreier Bauarbeiter. Am Mittwoch wurden sie ausgezeichnet.

Auerbach - Vor wenigen Tagen überschlug sich ein junger Mann mehrfach mit seinem Seat auf der Göltzschtalstraße zwischen Auerbach und Ellefeld. Er durchbrach mit dem Auto ein Geländer und stürzte in die Göltzsch. Das Fahrzeug landete auf dem Dach, der bewusstlose Fahrer drohte zu ertrinken. Drei in der Nähe befindliche Mitarbeiter der Oberlichtenauer Baugesellschaft sprangen in das Wasser und holten den Mann aus dem Auto.

Am Mittwoch wurden die Retter für ihren Einsatz von Polizei, Feuerwehr und Auerbachs Bürgermeister Gerd Badstübner ausgezeichnet. "Sie haben einem Menschen das Leben gerettet" sagte Peter Ungethüm, Auerbachs Polizeirevierleiter.

Als es am Unfalltag kurz nach 6 Uhr knallte, trauten die drei Lebensretter - Tobias Kührt, Jonas Richter und Marcus Kortsch - kaum ihren Augen: Der rote Seat überschlug sich zweimal auf der Straße und stürzte in den fast zwei Meter tiefer gelegenen Fluss. Die Bauleute, die in unmittelbarer Nähe, am künftigen EDEKA-SB-Markt, arbeiteten, rannten zur Unglückstelle. Sie kletterten die Ufermauer herab, der Verunfallte hing kopfüber in seinem Fahrzeug. Dieses lag im Bach und staute das Wasser. "Der bewusstlose Mann hing im Sicherheitsgurt, der Kopf war unter Wasser. Er drohte zu ertrinken", erinnert sich Tobias Kührt. Mit einem Cuttermesser durchtrennte er den Gurt, die Bergung des Verletzten war kompliziert. Mit vereinter Kraft wurde der 22-jährige dann aus dem Göltzsch-Fluss gezogen.

Trotz der Aufregung handelten die drei Bauarbeiter sachlich und couragiert. Zeitgleich zur Bergung alarmierten sie die Rettungskräfte. 18 Kameraden der Feuerwehr, Polizei und Sanitäter übernahmen. Als Unfallursache wurde nicht etwa zu hohe Geschwindigkeit, sondern ein Kreislaufproblem ermittelt. "Dieses erwischte den Fahrer ganz plötzlich. Er konnte nicht mehr anhalten", erklärte Polizeichef Ungethüm. HH