Arbeiten im Sägewerk Markneukirchen laufen nach Plan

Da wächst was gegenüber dem "Gerber-Hans-Haus" Markneukirchen. Während das Haus saniert ist, historische Werkstätten und die Tourist-Information beherbergt, rumort es im vis-à-vis liegenden Sägewerk kräftig. Im April begannen die Arbeiten, um das 1991 stillgelegte Sägewerk des VEB Musima auf Vordermann zu bringen. "770 000 Euro investieren wir dafür als Stadt", sagt Hauptamtsleiter Volker Neef. 690 000 Euro fließen für das Projekt aus Fördertöpfen von Freistaat und Landkreis. Nach genau einem Jahr - am 10. April 2010 - soll Wiedereröffnung gefeiert werden.

Dann können Besucher im Eingangsbereich des Sägewerkes Druckplatten bestaunen - die ältesten stammen von 1896. "Diese Platten rettete Stefan Jacob mit Mitgliedern seiner Arbeitsgemeinschaft "Gerber Haus" 1993 aus dem Keller der ehemaligen Druckerei "Vogel", weiß der Hauptamtsleiter. Nachdem der Fund im Postgebäude gelagert war, wird er bald der Öffentlichkeit zugänglich sein, freut sich auch Christian Kollmus, der im Sägewerk bis zu dessen Schließung vor 18 Jahren tätig war. "Holzschnitte aus ganzen Baumstämmen haben wir damals für die Musima gemacht", erinnert sich der Markneukirchner. Bestandteileproduktion hieß das zu jener Zeit.

 

Haben Gäste den Eingangsbereich passiert, gelangen sie in einen Produktionsraum. Dort werden vier Sägemaschinen stehen. Diese demonstrieren Holzzuschnitte, angefangen vom Baumstamm bis hin zum Furnier. Jedoch bis dahin gibt es für Zimmermeister Gerhard Sörgel aus dem nahen Freiberg noch viel Holz zurecht zu sägen. "Aber noch in diesem Jahr wollen wir trotzdem einen Probelauf starten", ist sich Christian Kollmus sicher. Er wird später nach der Wiedereröffnung auch die Führungen im Sägewerk leiten.

"Vom Baum zum Instrument" lautet ja unser Anliegen, das wir mit dem Gerber-Hans-Haus und dem Sägewerk in Einheit verfolgen", erklärt uns Volker Neef. Doch damit noch nicht genug. Denn im Obergeschoss des Sägewerkes wird zusätzlich eine Ausstellung zur Stadtgeschichte Markneukichens eingerichtet. Inklusive des Fundus, den Bauarbeiter jüngst beim Abriss des örtlichen Schützenhauses in einer Hauswand machten (wir berichteten).

 

Diese Abteilung soll separat über eine Außentreppe, einen sogenannten Laubengang ähnlich dem des Gerber-Hans-Hauses, zugänglich sein. In welcher Art und Form die Ausstellung später betreut wird, darüber berät die Stadtverwaltung noch.  "Sicher ist erst, das Videokameras installiert werden", informiert der Hauptamtsleiter. Er weist nächste Woche die Maler für ihre Arbeiten ein, zuvor haben die Fußbodenleger ihre Arbeit getan. So wie es sich für einen echten deutschen Amtsrat nun mal gehört, ist Neef optimistisch, das der Bauzeitplan exakt eingehalten wird. kiwi