Applaus für Schmaus im Bürgerhaus

Weischlitz/Kröstau - Es war nicht das traditionelle Wildschwein, Reh oder Hirsch, welches die Weischlitzer Jagdgenossen am Samstag vom Pächter ihrer Grundstücke serviert bekamen: Jagdleiter Jürgen Koppitz hatte zum traditionellen Jagdschmaus heuer Muffelwild kredenzt. Da "Schaffleisch" nicht jedermanns Geschmack trifft, hatte er wohlweislich erst nach dem Schmaus eröffnet, was die Jagdgenossen zuvor mit bestem Appetit genossen hatten.

Nicht alle der über 100 Jagdgenossen waren der Einladung ins Kröstauer Bürgerhaus gefolgt. Schließlich ist auch nicht jeder der Grundstückseigner, der einen Pachtvertrag mit den zuständigen Jägern besitzt, in Weischlitz beheimatet. Doch der Großteil kam gerne und erlebte einen geselligen Abend. Dazu gehörte auch der Bericht des Jagdleiters über die Abschusszahlen des eben zu Ende gehenden Jagdjahres. Sieben Mal Muffelwild, 38 Wildschweine, 36 Rehe, 23 Füchse sowie neun Enten und drei Kormorane kamen den Jägern der zwei Weischlitzer Jagdreviere vor die Flinte.

Die Pächterin des Rosenberger Jagdbogens mit 311 Hektar Fläche ist Kerstin Frenzel. Das Unterweischlitzer Revier mit 533 Hektar Fläche wird von vier Jägern gemeinsam gehegt und gepflegt: Klaus Härtl, Jürgen Koppitz, Jürgen Zapf und dem Vorsitzenden der Jagdgenossenschaft Weischlitz, Gunter Rauh. Weitere Jäger unterstützen deren Arbeit. Nicht nur beim traditionellen Jagdschmaus zeigen sich die beiden in einer Jagdgenossenschaft vereinten Reviere eins. Auch während des Jagdjahres laden sich die Pächter gegenseitig zu gemeinsamen Jagden ein, die meist in geselliger Runde ausklingen. Zwei Drückjagden, gemeinsam mit den Verpächtern der Flächen, waren im vergangenen Jahr die Höhepunkte und zugleich gegensätzlicher im Ergebnis, wie sie nicht sein könnten.

Nur ein einziges Muffelwild konnte bei der ersten Drückjagd zur Strecke gebracht werden. Anders zur zweiten Auflage im Dezember 2008, als man mit den Kürbitzer Jägern eine gebietsübergreifende Gemeinschaftsjagd abhielt. Damals konnten 17 Wildschweine erlegt werden. "Seit 35 Jahren bin ich mit der Jagd betraut. Doch diese Strecke von 17 Schweinen ist die größte, die ich je während einer Jagd verkünden konnte." Die Zusammenarbeit der Weischlitzer Jäger untereinander, jene mit den Verpächtern und mit den benachbarten Jägern wurde allgemein als sehr gut eingeschätzt. "Bei uns gibt es keinen Ärger", so Koppitz. Das bewies auch die Geselligkeit während des jüngsten Jagdschmauses.  mam