Appell für mehr Plamag-Jobs

Die Stadt Plauen und der Vogtlandkreis wollen den massiven Stellenabbau in der Plamag Plauen nicht hinnehmen.

Plauen - In einem Brief appellieren Landrat Dr. Tassilo Lenk (CDU) und Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP) an Insolvenzverwalter Werner Schneider, mehr Jobs am Plauener Manroland-Standort als bisher vorgesehen zu retten. Zugleich versicherten sie ihm ihre Unterstützung. Schneider solle nochmals sein Können und Verhandlungsgeschick einsetzen, "um mehr Menschen die Arbeit zu erhalten und ihnen langfristig eine Perspektive zu geben", heißt es. Die beiden Politiker rechtfertigen ihre Forderung am Freitag damit, dass in Plauen die schwierigste Ausgangssituation aller drei Manroland-Standorte vorliege.

In der Plamag sollen laut Investorenkonzept weniger als 300 Stellen bleiben. Zum Zeitpunkt des Insolvenzantrags Ende November waren hier noch mehr als 700 Mitarbeiter tätig. Betroffen von der Pleite sind auch etwa 100 Ex-Beschäftigte, in deren Altersteilzeit die Phase der Freistellung begonnen hatte. Am Montag will der Insolvenzverwalter die Ergebnisse der Restrukturierung bekanntgeben. Dann wird es in der Plamag ab 9.30 Uhr eine Betriebsversammlung geben.

Lenk und Oberdorfer forderten Schneider auf, die bereits zugesagten Lieferverträge zwischen Plauen und dem bisherigen Manroland-Stammwerk in Augsburg langfristig anzulegen und mit einem angemessenen Volumen zu versehen. "Lizenzen und Patente, die am Standort Plauen entwickelt wurden, müssen als Basis eines eigenständigen Unternehmens in Plauen diesem übergeben werden. Für die Plamag seien auch Endprodukte wie das Geschäftsfeld der Rollenwechsler vorzusehen", heißt es in dem auf Donnerstag datierten Schreiben. "Sollten sich die publizierten Zahlen bewahrheiten, bedeutet dies, dass weit mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer ihre Lebensgrundlage verlieren", warnten die Politiker. Sie verwiesen zugleich darauf, dass angesichts der im Vergleich zu den anderen Manroland-Standorten Offenbach und Augsburg viel höheren Arbeitslosenquote der Verlust des Arbeitsplatzes in Plauen "wesentlich stärkere existenzielle Ängste verursacht". va