Ansturm zur Eröffnung des Teppichmuseums

 

Groß war der Andrang zur Eröffnung des Teppichmuseums Oelsnitz auf Schloss Voigtsberg. An den drei Tagen des Osterwochenendes zählten die Mitarbeiter rund 2000 Besucher. Zu hören war nur Lob über das Gebäude sowie die museale Gestaltung von Gerd Naumann und Jürgen Hohmuth.

Karin Karossa und Mathias Weigel, ein junges Paar aus Zwönitz im Erzgebirge, setzten Samstag, 11 Uhr, als erste Gäste ihren Fuß über die Schwelle. Die Autokennzeichen auf dem überfüllten Parkplatz zeigten ein breitgefächertes Einzugsgebiet. Marketing-Chef Eckardt Scharf rechnet mit Interesse nicht nur aus dem Vogtland, sondern aus ganz Westsachsen, Oberfranken, Ostthüringen und Böhmen. Rund 28 000 Gäste peilt er pro Jahr an. Mit 10 000 Besuchern für die restlichen drei Quartale 2010 sei er zufrieden.

"Da hamse ganz schön hantiert", meint der Voigtsberger Dietmar Habermann anerkennend, der mit Tochter Tina die Teppichschau besichtigte. "Wunderschön geworden", findet Monika Müller, "ein ganz anderer Charakter von Museum". "Weil es so offen ist von oben bis unten", pflichtet ihr Schwester Christel Lüdtke bei. Thomas Rödel aus Oelsnitz hat im einstigen Polytechnischen Kabinett am Unterricht teilgenommen, von dem er meint, dass es "im Prinzip eine gute Sache" war. Die Verwandlung der Räume macht ihn fast sprachlos. "Schön geworden, die haben sich sehr viel Mühe gemacht", sagt er. "Man fühlt sich hier drin sehr wohl", erklärt Eva Hadlich, 21 Jahre junge Psychologie-Studentin aus Annaberg-Buchholz, eine gebürtige Markneukirchnerin. "Das Teppichmuseum ist sehr interessant aufgebaut, spannend und informativ. Sehr gut nachvollziehen kann man die Entwicklung des Teppichs. Die Texte sind liebevoll geschrieben", meint sie.

Dr. Frieder Spitzner ist als Vorsitzender der Vogtländischen Literaturgesellschaft Julius Mosen kein Unbekannter. Ihn fasziniert besonders die "Darstellung des Teppichs nicht nur als Material, auf das man tritt, sondern in Verbindung mit Sprachbildern wie Bombenteppich und Klangteppich". Samstag, gegen 14.30 Uhr, zählt Scharf schon 530 Besucher. Am Ostersonntag ist der Andrang so groß, dass die Leute zeitweise erst mal in die Kernburg umgeleitet werden müssen. 1430 Gäste ergibt die Zählung am Abend. Einschließlich Montag rechnet Scharf mit rund 2000 Besuchern am Eröffnungswochenende. Das Interesse galt dabei in gleichem Maße der Jubiläumsausstellung "130 Jahre Halbmond" im Erdgeschoss, die Mitarbeiter der Firma kreiert und mit vielen authentischen Sachzeugen bestückt hatten.

Erwartet werden diese Woche die ersten beiden Reisebusse. Eine Zielgruppe seien Busgesellschaften, die auf der Rücktour von Dresden noch das Teppichmuseum und Schloss Voigtsberg ansteuern. Als Zufahrt war ursprünglich die Schlossstraße vorgesehen, die aufwändig saniert wurde. Ein kürzlich erlassenes einseitiges Parkverbot sollte die Durchfahrt von Reisebussen ermöglichen. Doch damit wird es erstmal nichts. Die Brücke über den Gerbersbach an der Burgmühle ist beschädigt, ihre Platte trägt Fahrzeuge über sechs Tonnen nicht. Als Zufahrt zum Schloss soll jetzt die löcherige Gartenstraße dienen. Scharf visiert einen "notdürftigen Ausbau" an und prognostiziert einseitiges Parkverbot. Die Anwohner der Wohnstraße werden sich freuen.

Begleitet wurde der Start der Teppichschau von einem Museumsfest im oberen Schlosshof. Die Oelsnitzer Stadtkapelle und das Jugendschalmeienorchester Plauen spielten kräftig auf zum Entree. Der historische Kostümverleih unterhielt am Samstag mit einer historischen Modenschau aus der Zeit des Kaiserpaars Sisi und Franz.

 

Von Renate Wöllner