Ansichtssache: Botschafter

Von Wilfried Hub

Nein, hier wird nicht nur gemeckert. Es gibt auch Lob - vor allem für Leute, die sich um die Region verdient machen. In den vergangenen Tagen waren etliche Vogtländer in und außerhalb der Region als gute Botschafter für das Vogtland aktiv. Das verdient Anerkennung. Zum Beispiel der Schönecker Nachtwächter Ralf Edler, der in Wien die Werbetrommel für seine Heimat rührte. Die Deutsche Gilde der Nachtwächter und Türmer war vor ein paar Tagen in der Hauptstadt Österreichs zu Gast und hielt dort auch ihre Jahreshauptversammlung ab.
 Edler wurde in Wien eine große Ehre zuteil. Er wurde zum 2. Gildemeister seiner Organisation gewählt. Er ist damit der zweite Sachse überhaupt, der diesen Titel tragen darf. Edler ist seit zehn Jahren als Nachtwächter und in seiner Gilde aktiv. Die Wahl ist ihm Ehre und Verpflichtung zugleich. Er möchte das heimatliche Kulturgut verbreiten und dafür sorgen, dass es nicht verlorengeht. Vor der Wiener Hofburg stand er dem neugierigen Publikum als Gesprächspartner zur Verfügung und ließ sich vor der imposanten Kulisse mit Touristen fotografieren. Für mich ist Meister Edler der Vogtländer der Woche.
 Stets als Botschafter für seine Heimat unterwegs ist auch Peter Luban, der bekannte Metallkünstler aus Rößnitz. Im Moment bereitet der 66-Jährige drei Glocken für die Kirche in Niederwiera bei Glauchau vor. Gegossen werden die Glocken nächsten Freitag in Innsbruck. Es ist Brauch, dass das um 15 Uhr passiert, der Sterbestunde Jesu. Luban hat schon vielen Bronzeglocken ein Gesicht gegeben. In den Kirchen in Rodau, Werdau, Treuen, Elsterberg und Dorfhain stammt die Glockenzier von ihm. Auch die Glocken der Johanniskirche Plauen und der Gnadenkirche in Leipzig wurden von ihm gestaltet. Bekannt wurde der Künstler durch die vielen von ihm geschaffenen Brunnen. In Bad Brambach, Oelsnitz, Elsterberg, Rößnitz und Plauen wurden seine Kunstwerke zu viel beachteten Wahrzeichen. Schließlich ist er der Vater des Plauener Wende-Denkmals. Mit seiner Kunst leistet Peter Luban zum Ansehen der Region einen wertvollen Beitrag. Dafür vielen Dank.
Fernsehleute mischen mit
In seiner Heimat wieder mal unterwegs war der Schauspieler Kai Schumann, der in Zwoschwitz und Plauen aufgewachsen ist und heute in Köln lebt. Innerhalb der "Internationalen Woche gegen Rassismus" nahm er mehrere Termine wahr. Er hielt eine Schulstunde in Elsterberg, diskutierte im Plauener Malzhaus morgens mit Schülern und abends mit interessierten Erwachsenen. Der gefragte Schauspieler, bekannt vor allem durch die Fernsehserien "Heldt" und "Doctor's Diary", engagiert sich bundesweit in der Stiftung "Prominente gegen Rassismus". Sein Vater stammt aus Syrien. Wegen seines fremdländischen Aussehens musste Schumann als Jugendlicher selbst erleben, was Rassismus bedeutet. In der Schule wurde er gemobbt und in der Freizeit verprügelt. Das Erlebte sei einer der Gründe für sein Engagement, sagte er. Für den 42-Jährigen ist Rassismus eine besonders abscheuliche Form von Gewalt. Die "Internationale Woche gegen Rassismus" wurde vom Plauener Verein "Colorido" organisiert. Für sein vorbildliches Engagement verdient der Vogtländer Kai Schumann unseren Respekt und unsere Anerkennung.
 Um unsere Region verdient gemacht hat sich mittlerweile auch Ulrike von der Groeben, die zum 21. Mal durch die Sport-Gala führte. Mit ihrer charmanten und lockeren Art hat die RTL-Frontfrau längst die Herzen der Vogtländer erobert. Vor den 1000 Gästen in der Plauener Festhalle holte sie wie in jedem Jahr die einheimischen Sportler, aber auch Olympiasieger, Welt- und Europameister vors Mikro. Wir hoffen, dass unsere Ulrike noch viele Sport-Galas im Vogtland moderieren wird. Von Anfang an ist sie dabei - und das ohne Unterbrechung. Hut ab!
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