Anregungen für geplantes Stickerei-Zentrum in Plauen

Über das Zentrum für Spitze und Stickerei wurde bereits viel gesprochen. Es gäbe zwar klare Vorstellungen und Konzeptionen, an denen aber nach wie vor noch gefeilt werden müsse. Die Planung werde kräftig voran getrieben, bestätigte auch Friedrich Reichel, Direktor des Kulturbetriebs.

 

In dieser Woche sei das Gestaltungskonzept fertig gestellt worden und könne nun der Sächsischen Aufbaubank übergeben werden. Plauen soll nicht ausschließlich ein Museum erhalten, sondern ein Innovationszentrum, das Dienstleister zwischen Wirtschaft, Bildung und Forschung sein soll. Beate Schad, Leiterin der Schaustickerei und Katrin Färber vom Vogtlandmuseum besuchten am 20. Juni das in diesem Jahr eröffnete Museum im französischen Calais.

Die Küstenstadt am Ärmelkanal sei ein Zentrum der Webspitze. Einen Tag lang schauten sie sich um und holten sich Anregungen für Plauen. Auf mehreren Tausend Quadratmetern gibt es Fotos, Dokumente, Filme, Maschinen und konfektionierte Spitze, die beeindruckt. 15 Millionen Euro hat die Erschaffung des Museums gekostet. Finanziert durch europäische und staatliche Mittel, der Regierung und natürlich der Stadt selbst war dies möglich. Doch nicht nur Ausstellungsräume, auch Säle für Modenschauen und pädagogische Maßnahmen gehören beispielsweise dazu.

Schon allein aus Platzgründen könne Plauen nicht alles so umsetzten. 2000 Quadratmeter stehen der Spitzenstadt zur Verfügung. Dabei sollen sechs Millionen Euro in den Bau, eine Million für die Innenausstattung und eine weitere Million für die Dauerausstellung verwendet werden. Nur ,Bruchteile könnten deshalb gezeigt werden. Musterbücher und Konfektioniertes seien im Vogtland aber in fast gleicher Form wie in Frankreich vorhanden. Trotzdem soll auch hier eine lebendige Gestaltung im Blick behalten werden. Acht Maschinen könnten für Schauvorführungen genutzt werden.

Der Schwerpunkt solle jedoch auf der gestickten Spitze liegen. Bobbinet-Maschinen die das Klöppeln ersetzten, werden nicht zur Ausstellung gehören, erklärte Reichel. Dafür fehle einfach der Platz. Auch die Ära der Plauener Gardine sei eigentlich nicht wegzudenken, jedoch ist noch unklar, wie diese ihre Darstellung finden könnte. Wichtig sei neben den Gedanken zur Ausstattung auch die Vermarktung.

Darüber müsse schon lange im Vorfeld eine Entscheidung getroffen werden. Sicherlich sei dafür das Engagement eines Marketingfachmanns nötig, um das Zentrum auch weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt zu machen und einen Anziehungspunkt zu schaffen. S. Rössel