Angst vor Kinderfänger im Vogtland

Zwei Mädchen in Wernitzgrün waren davon betroffen. Sie gingen auf das Angebot des Mannes nicht ein. Umsichtig notierte sich eines der Mädchen die Anfangsbuchstaben des Kennzeichens (LIF für Lichtenfels) und berichtet zu Hause ihrer Mutter davon. Im Laufe des Montag machte das Gerücht vom "Kinderfänger" die Runde.

Die Geschichten, die dann auch Hortnerinnen in Erlbach und Markneukirchen zu hören bekamen, wurden immer dramatischer. Eltern tauschten sich aus und belehrten vorsorglich ihre Kinder, nicht allein von der Schule nach Hause zu gehen oder organisierten Mitfahrgelegenheiten. Als die Vorfälle auch in einzelnen Klassen ausgewertet wurden, Lehrer die Angelegenheit nutzten, um nochmals auf das Verhalten gegenüber Fremden hinzuweisen, Hortnerinnen Eltern gezielt anhielten, ihre Kinder besser nicht ohne Begleitung nach Hause gehen zu lassen, wuchs die Verunsicherung in der Bevölkerung.

Eine Mutti wurde auf ein silbernes Fahrzeug mit besagtem Kennzeichen aufmerksam und verfolgte es. Das Fahrzeug parkte am Hotel Schwarzbachtal, nahe vom Kinderheim Tannenmühle. Die Eltern meldeten das der Polizei. Das bestätigte am Dienstag Polizeisprecher Oliver Wurdak im Gespräch mit unserer Zeitung. Tatsächlich sei es zu Vorfällen gekommen. Umsichtige Eltern hatten demnach konkrete Hinweise gegeben, zum möglichen Aufenthaltsort des unbekannten Mannes. "Wir konnten daraufhin den Mann ausfindig machen und ihn befragen." Man habe den Urlauber, der noch bis Ende dieser Woche im Hotel gebucht hat, auf sein Verhalten angesprochen.

Das sei der Polizei möglich im Rahmen einer so genannten "Gefährderanfrage" im Zuge der Abwehr möglicher Gefahren.Der Mann räumte das Vorgehen ein. "Wir belehrten ihn, das zu unterlassen, da es ansonsten für ihn strafrechtliche Konsequenzen haben könnte." Der Urlauber habe sich einsichtig gezeigt.

Laut Polizeisprecher haben sich in Erlbach und Umgebung alle ausgesprochen vorbildlich verhalten. Die Schülerin, die das Kennzeichen notierte, Eltern informierte und ebenso Hort und Schule, die sogleich reagierten. "Schnelle Information an die Polizei ist richtig und wichtig", so Oliver Wurdak von der Polizei Zwickau. Man werde den Erlbacher Fall sicher bei den nächsten Präventionsmaßnahmen an Schulen als positives Beispiel für vorbildliches Verhalten einbeziehen.