Angeklagter aus Klingenthal ist ein alter Bekannter

Für vier Monate geht ein 39jähriger Klingenthaler hinter Gitter, weil er hochwertige Waren bei einem Würzburger Versandhandel bestellt hat - obwohl sein Konto chronisch leer war. Max K. (Name geändert) ist für Richter Bernd Fischer schon so was wie ein alter Bekannter.

 

Seit 1985 steht er fast jedes Jahr ein Mal vor Gericht. Es sind nicht die großen Verbrechen, sondern immer wieder Diebstähle, Betrug, Leistungserschleichen oder auch mal eine Körperverletzung. Bereits zwölf Mal hat er dafür eine Gefängnisstrafe bekommen, dazu kommen mehrere Geldstrafen. Aber anscheinend macht ihm das nichts aus. Bis zur Wende hat Max K. als Textilfacharbeiter gearbeitet. Seither hat er keine feste Arbeitsstelle mehr gehabt.

Im Oktober und November 2007 bestellte er zwei Mal für über 500 Euro in Würzburg. Töpfe, eine Kaffeemaschine, ein teueres Messerset, Socken, eine Badehose, einen Rucksack, Sportschuhe, einen Allesschneider, das alles konnte er gut gebrauchen. Zum Glück konnte nicht alles geliefert werden. Trotzdem blieben die beiden Rechnungen von jeweils fast 300 Euro unbezahlt. Bereits im April fand darum eine Gerichtsverhandlung statt. Da wollte Max K. dem Richter erklären, dass er die Sachen nur bestellt habe, weil er eine ABM bekommen sollte. Nun lagen die Kontoauszüge vor. 

 

Von Lohn für eine ABM war nichts zu erkennen. Im Gegenteil. Kaum 100 Euro Guthaben wies das Konto auf, wenn es nicht gerade im Minus war. Max K. lenkte ein: "Dann habe ich die ABM wohl erst ein Jahr später bekommen." Eine positive Entwicklung konnte das Gericht bei dem Angeklagten nicht erkennen. Darum hat er keine Aussicht auf eine Bewährungsstrafe. Er wird die vier Monate wegen Betrug in zwei Fällen absitzen und auch noch für die Kosten des Verfahrens aufkommen müssen.

Wenn kein Wunder geschieht, dann wird er danach wieder vor Gericht erscheinen. Es sieht aus, als ob er sich daran gewöhnt habe, denn er nahm das Urteil ohne mit der Wimper zu zucken an.  ros