Andreas Krötzsch sucht Plauens neue Stühle

 

Plauen - Eine einmalige Gelegenheit bietet das Vogtland Theater und der Förderverein. Für mindestens 100 Euro kann die Patenschaft für einen der neuen Theatersessel übernommen werden. Auf der Rückseite wird ein Messingschild den Namen des Paten tragen.

Die derzeitige Bestuhlung, rund 30 Jahre alt, hat ihre beste Zeit erlebt. "Das Theater pfeift hier auf dem letzten Loch", meint nicht ganz ernst Dr. Lutz Behrens. Der Vorsitzende des Theaterfördervereins stellte das Projekt in dieser Woche ausführlich vor. Bisher sind 65 Patenschaften übernommen worden. Eile ist geboten. Jeder Stuhl kann nur einmal vergeben werden. "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst." Einer der Paten ist Bürgermeister Uwe Täschner. Er kaufte als Weihnachtsgeschenk einen Stuhl für seine Frau. Der erste Pate ist Architekt Eberhard Eisel. Der 74-Jährige geht schon immer ins Theater, wie er selber sagt. Er ist Pate von einem Stuhl in der letzten Reihe des mittleren Rangs. Glücklich ist er aber noch nicht, sein Schild zeigt zur Wand. Eine Lösung dafür kündigte Generalindentant Roland May bereits an.

Die alten rund 470 Sitze sind unterdessen alle bereits für je zehn Euro verkauft worden (wir berichteten). "Das steht für die Verbundenheit zum Theater", so Behrens. May selbst ist "total erfreut, wie schnell das mit den alten Stühlen ging". Für die künftige Stuhl-Generation müssen 250 000 Euro investiert werden. Das Geld kommt vom Kulturraum, der Stadt und vom Förderverein. Die Arbeiten beginnen Anfang Juni. Einige Veranstaltungen sollen in dieser Zeit auf der hinteren Bühne stattfinden. Neben den neuen Sesseln wird auch die Heizung und die Lüftung bis Ende September zum Teil erneuert, um die Luftqualität zu verbessern.

Plauens "Stuhl-Fahnder" heißt Andreas Krötzsch. Der technische Direktor nahm bereits in zahlreichen deutschen Theatern Platz, um den besten und bequemsten Sitz für Plauen aufzuspüren. Kein leichte Aufgabe. Auch Musterstühle sind angefertigt und wieder verworfen worden. Seit drei Jahren beschäftigt er sich mit der Stuhl-Problematik und hat sich in dieser Zeit zum wahren Stuhl-Experten entwickelt. Auch die Denkmalbehörde hat unter anderem ein Wörtchen mitzureden, wie der künftige Theatersessel auszusehen hat. Informationen zur Patenschaft gibt es im Besucherservice des Theaters, auf ausgelegten Flyern und im Internet.    mar

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