An die Kaffeebauern denken

Der Duft frisch gerösteter Bohnen weht unwiderstehlich entlang der Neundorfer Straße in Plauen. Dort ist die Neue Kaffeerösterei. Beste "Bohne" genießt auch Finn - eine Figur, die es heute zu gewinnen gibt - gesponsert von der Drechslerei Kuhnert Rothenkirchen.

Von Frank Blenz

Plauen Hier ist der Laden und kleine Produktionsstandort von Daniel Zeller. Wenn Produktionstag ist, hört der Kunde das nicht - er riecht es und weiß: Daniel röstet neuen Kaffee. "Nun ja, das war so, und stimmt jetzt so nicht mehr ganz, denn ich habe an einem anderen, größeren Standort meine Röstmaschine aufgebaut. In der Innenstadt und in meinem Laden wurde es zu eng und die Auflagen wurden über die Jahre mehr und mehr", verrät der Röster, der in seiner Manufaktur ein paar Straßen weiter von seinem Laden entfernt ruhig und konzentriert und ohne Pause Päckchen um Päckchen füllt. "Es ist ja Weihnachtszeit und darum herrscht wohl ein großer Bedarf", sagt Zeller. Tatsächlich hat der Plauener Jahr um Jahr mehr Kaffeefreunde für seine Röstungen begeistern können, die eben keine Großproduktionen sind und über die eine weitere Geschichte erzählt werden kann.
Es gibt viele Kaffeefreunde, es gibt Fans und Liebhaber des edlen Getränks, doch es gibt nur wenige Kenner wie Daniel Zeller einer ist. Leidenschaftlich hegt und pflegt der Röster und Händler seinen Kaffee.  "Ich mache das vor allem wegen der Kaffeebauern. Ich beziehe ausschließlich fair gehandelten Kaffee, es geht darum, dass die Leute, die den Kaffee anbauen und pflügen gut davon leben können", sagt der Plauener.
Gewinn machen sei ihm nicht wichtig, davon leben können und leben lassen - das sei sein Credo. "Wir sind vor sechs Jahren mit der Kaffeerösterei angetreten, um nicht nur irgendein neues Lebensmittel zu verkaufen, nein, wir wollten mit anderen neuen Röstereien und Kaffeebauern einen anderen Weg statt dem in dieser gewinnorientierten Welt beschreiten. In der Welt des Kaffees ist es gang und gäbe, von einer billig produzierten Rohbohne zur Veredelung in unserem Land dieses als ,Luxusprodukt‘ zu vermarkten. Doch dieser Wirtschaftskreislauf sorgt dafür, dass die Produzenten, die Bauern vor Ort arm bleiben. Denn nur im finalen Veredelungsschritt wird der Gewinn erzielt."
Daniel Zeller störte das und er merkte, dass die Qualität durch Massenproduktion nicht stimmt. "Bei dem ersten Genuss von Kaffee aus den neu entstanden Röstereien war mir klar, das geht auch anders! Zusammen mit guten Kollegen aus der Kleinrösterbranche starteten wir mit Kaffee aus direktem Handel, den ich in Hamburg orderte. Dort gab es gute Kontakte zu Kaffeebauern in Honduras und Brasilien. Und unter anderem kam zu den Partnern auch ein Ex-Plauener hinzu, der mit Studienkollegen bei einer Reise nach Peru anfing, die dortigen Kaffeebauern zu unterstützen. Mittlerweile haben wir ein faires Handelsnetzwerk aufgebaut, das es ermöglicht, dass die Produzenten gut leben können und wir sehr gute direkt gehandelte Kaffees aus Kolumbien, Brasilien, Peru und auch aus Afrika in einer exzellenten Qualität zu beziehen."
Der Produktionstag bei Daniel Zeller ist zu Ende. Die vielen Kaffeetüten, in denen 250 Gramm Kaffeebohnen verstaut sind, sind schon von der Aufmachung ein Hingucker. Schlicht im Design, pappkartonfarben und mit einfachen Beschriftungen verfügen sie noch über eine geniale wie wichtige Einrichtung: ein Aroma-Ventil. Das dient zur Regulierung des Innendrucks, damit der Kaffee atmen kann, es entweicht das CO2. "Sonst würde die Packung platzen", sagt Daniel Zeller mit einem spitzbübischen Lächeln und erläutert: "Je dunkler die Röstung ist, um so mehr CO2 wird in der Bohne aufgenommen. Deshalb muss der Kaffee nach dem Rösten mehrere Tage ausgasen, um dann einen optimalen Geschmack zu entfalten. Ganz frisch gerösteter Kaffee schmeckt meist etwas zu säuerlich, unreif und gasig." Also Geduld aufbringen und dann genießen, so der Experte. Der Genuss, die Freude, die Zufriedenheit gehören zusammen, so Zeller. "Über den Geschmack, für die Bauern, für die Kunden und vielleicht für eine bessere Welt."

Rätselfrage:

Was dient der Regulierung des Innendrucks, damit der Kaffee in der Verpackung atmen kann? Wenn Sie das wissen, schreiben Sie uns das Lösungswort bis zum 8. Dezember auf eine Postkarte und senden sie an: Redaktion Vogtland-Anzeiger, Postplatz 12, 08523 Plauen. Oder Sie mailen uns an: redaktion@vogtland-anzeiger.de oder beteiligen sich über Facebook an dem Rätsel, unter Kennwort: Kalenderblatt 4.
Zu gewinnen gibt es eine Figur der Serie "Finn & Finja", gesponsert von der Drechslerei Kuhnert aus Rothenkirchen.
www.holzkunstartikel.de