Ampel defekt - Schüler angefahren

Musste erst ein Kind sprichwörtlich in den Brunnen fallen, bevor Verantwortliche handeln? Das fragten sich am Dienstag Elternvertreter erbost bei einer Versammlung des Elternrates in Markneukirchen. Bereits gut eine Woche vor Schulbeginn sei bekannt gewesen, dass die Fußgängerampel defekt war. Auch im vergangenen Schuljahr sei die Ampel mehrfach ausgefallen oder die Steuerung geriet durcheinander. "Ich habe selbst erlebt, dass dann die Ampel für beide Verkehrsteilnehmer grün anzeigte", erklärt Claudia Eilitz, Elternsprecherin der Klasse 5. Sie reichte am Mittwoch nach dem Unfall eine Beschwerde ein beim Vogtlandkreis.

Schließlich sei es nicht irgend eine Schule, sondern das Förderschulzentrum "Oberes Vogtland" mit den Schulteilen für Lernförderung und für geistig Behinderte. Beide Schulteile seien stark frequentiert durch regelmäßigen Schülerverkehr des Förderschulzentrums, Ausstiege für Kinder, die mit Taxi, Kleinbussen und sonstigen Fahrdiensten zur Schule gebracht und abgeholt werden. Zudem befinden sich dort zwei Bushaltestellen, die durch Schülerverkehr für Gymnasium, Mittelschulen und auch von Schülern der Grundschule Markneukirchen genutzt werden.

Was nütze eine Ampel, wenn sie unregelmäßig funktioniere, rügen die Eltern und fordern mehr Sicherheit für ihre Kinder. Verärgert war man auch über eine Aussage der Straßenmeisterei Adorf. "Aussage war unter anderem, dass ich heute schon der 4. Anrufer war, das Steuergerät defekt sei, der Auftrag heute ausgelöst wurde und die Reparatur schnellstmöglich durchgeführt wird. Der Mitarbeiter fühlte sich sichtlich genervt, obwohl ich ihm mitgeteilt habe, dass dort gerade ein Unfall passiert ist", schildert Claudia Eilitz.

Die Eltern schlagen vor, zusätzlich zur Fußgängerampel eine Straßenmarkierung für den Fußgängerüberweg anzuzeichnen. Auch sollte ein Hinweis "Gefahrenstelle" oder "Fußgängerüberweg" angebracht werden, die Geschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer beschränkt werden. Schulträger ist der Vogtlandkreis. Von dort erhoffen sich die Eltern bis spätestens 2. Oktober eine Antwort.

Beim Unfall am Dienstag wurde der Neunjährige leicht verletzt. Der Fahrer (17) des Zweirades stürzte. Er erlitt keine Blessuren. Für die Polizei ist der Unfallhergang noch unklar. Das Kind war plötzlich vor dem Moped aufgetaucht, der Versuch, auszuweichen scheiterte.