Amok an Schulen: Ein Plan für den Ernstfall

Plauen -Amok in Schulen. Es ist die Reaktion von jungen Tätern gegenüber einer ihnen feindlich scheinenden Gesellschaft. Ein Plan dagegen liegt auch Plauener Schulen vor. Doch es geht um mehr.

 

Die medial verbreiteten Bilder sind sofort vor dem geistigen Auge gegenwärtig, denkt man an Amok laufende junge Menschen, die in deutschen Schulen und anderen öffentlichen Räumen unsagbar viel Leid verursachten. Schnell schritt die Politik zur Tat und vor allem zum Wort, forderte "härtere Gesetze, mehr Sicherheit, mehr Stärke, mehr Reaktion".

Dass man einiges unternehmen kann und muss, zeigt in Sachsen der so genannte Rahmenplan für Schulen zur Bewältigung von Bedrohungssituationen, der auch für Plauener Schulen Grundlage für Strategien und Verhaltensregeln ist. Doch nicht solch ein Plan allein sei die verbleibende Reaktion auf mögliche Bedrohungsszenarien. Es beginnt alles viel eher, wie der Direktor des Plauener Lessing-Gymnasiums Frank Maik Richter sagt, der bei den Ursachen für solche Taten ansetzt. Ein anderes Klima erzeugen bedeute, schlimme Folgen nicht erleiden und für langwierige Nachsorge aufkommen zu müssen.

"Der Plan für die Schulen ist die theoretische Reaktion auf einen Vorfall. Er bedeutet keine Vorbeugung, dass so ein Fall gar nicht erst auftritt", mahnt der Pädagoge. Klar, man habe einen Notfallplan auch am Lessing-Gymnasium wie an den anderen Plauener Schulen. Die Klassenzimmer könnten von innen zugesperrt werden, die Lehrer und Schüler könnten sich verbarrikadieren. Die Benachrichtigungs- und Evakuierungspläne lägen vor. Übungen und Belehrungen für die 600 Schüler und 60 Lehrer würden auch regelmäßig stattfinden.

 

"Die beste Strategie ist jedoch vielmehr die Mitnahme aller jungen Menschen. Und das in einem schulischen, familiären und gesellschaftlichen Umfeld, welches die Mädchen und Jungen nicht ausgrenze, sondern fördere und anerkenne. Ich sehe das an unserer Schule, dass die jungen Menschen in einem vertrauensvollen Umfeld leben und lernen. Die Schülerschaft und die Lehrerschaft agieren in einem guten Verhältnis miteinander", sagt Direktor Richter, der darauf vertraut, dass in dieser Gemengelage aufkeimende Bedrohungen in Gestalt etwaiger Verhaltensveränderungen von Schülern, die sich als Außenseiter, Verlierer Versager oder als gemobbt wähnen, dann viel eher erkannt würden, um entsprechend gegenzusteuern und wieder auf einen guten Weg zu finden.

Der Plan für die Schulen wurde in der Arbeitsgruppe "Schulische Prävention" in Zusammenarbeit der Sächsischen Ministerien für Kultus, Inneres, Wirtschaft, dem Städte- und Gemeindetag und dem Landkreistag zur internen Nutzung in den Schulen erstellt. F. Blenz