Alter Wasserturm und neuer Schwibbogen

Wer nach Neundorf zieht, gilt zwar erst in der dritten Generation als "richtiger" Neundorfer. Die Herzlichkeit der "Ureinwohner" aber bekommt er vom ersten Tag an zu spüren. Vor allem aber auch ihren Ideenreichtum, mit dem sie das neue Jahr angehen.

Neundorf - Was für 2018 auf der Soll-Seite steht? "Eine Mischung aus aktuellen Objekten und lieb gewordenen langjährigen Schwierigkeiten", zieht Ortsvorsteher Uwe Trillitzsch das Fazit zu Beginn.

Und auch er freut sich über den nicht unbedingt erwarteten Geldsegen aus dem Rathaus, nachdem die Stadträte beschlossen hatten, die Erhöhung der Ortschaftsmittel im aktuellen Haushaltsplan zu verankern - und zwar von bislang 7,50 auf neun Euro. "Bisher mussten wir mit rund 11.500 Euro auskommen, jetzt sind es über den Daumen gepeilt etwa 2.500 Euro mehr", übt sich Trillitzsch im Kopfrechnen. Eine überschaubare Summe, mit der man aber auch ein "bissel was beschleunigen", könne, fügt er an.

Als da wäre, das Stück der Neundorfer Straße vom einstigen "Russenmagazin" bis zum Ortseingang schneller als geplant auf Vordermann zu bringen. Und dann natürlich der Wasserturm, das inzwischen gar nicht mehr so heimliche Wahrzeichen des Ortsteils, nachdem zwei junge Neundorferinnnen es sich in den Kopf gesetzt hatten, an seinem Fuße regelmäßig Turmfeste stattfinden zu lassen.

Die Idee kam zunächst aus ihren Köpfen und dann ganz schnell bei vielen anderen Einwohnern bestens an und seither gerät der Wasserturm ein Mal jährlich auch zum Wallfahrtsort aller Plauener.

Und deshalb sei am Wasserturm in Sachen Werterhaltung immer was zu tun, sagt Trillitzsch der hofft, bald auch die technischen Einbauten für Besucher besser präsentieren zu können. Und weil der Ortsvorsteher seine "Schäfchen" kennt, fügt er an: "Geld allein hilft da nicht, da brauchts auch wieder zahlreiche Helfer."

Weiterer Schwerpunkt: Die Rekonstruktion der Turnhalle der Grundschule wird bis Herbst des Jahres abgeschlossen sein. Quasi in einem "Aufwasch" soll der Spielplatz an der Querstraße, auf dem sich noch die Weitsprunganlage befindet, erweitert werden. Der Sandbagger - bezahlt aus 2017er Mitteln - für das Frühjahr sei schon bestellt, avisiert Trillitzsch. Ist das Projekt Turnhalle beendet, kommt noch eine Seilbahn hinzu. "Das soll dann die Attraktion werden, da kam das zusätzliche Geld wie gerufen."

Apropos Geld - da herrscht in Neundorf ein strenges Reglement. 30 Prozent sind für investive Maßnahmen geplant, weitere 30 Prozent gehen an die Vereine des Ortsteils und mit den restlichen 40 Prozent werden Straßenbaumaßnahmen oder die Instandsetzung von Wanderwegen konfinanziert. Bleibt was übrig, ist der Rest für "Ortsverschönerungsgeschichten" gedacht. Geradezu sprichwörtlich ist die wunderschöne Neundorfer Umgebung.

Und auch in die soll investiert werden. Der Rundwanderweg soll Kinderwagen- und Jogger freundlicher gestaltet werden. Vom Steinbruch runter zum Saustall sei es ziemlich holprig, und auch die steile Rampe am Eichelwald und der "Stich" am Warthübel nahe des Friedhofes soll "entschärft" werden, listet der Ortsvorsteher auf. Vom Neuteich in Richtung Lagerhallen Biller könne sogar eine Alternativroute entstehen, denkt sich der Ortsvorsteher mitten ins gerade begonnene Jahr.

Und selbst für die nächste Adventszeit gibt es Pläne. In der Grünanlage Schulstraße/Schneckengrüner Weg soll ein überdimensionaler Schwibbogen seinen Platz finden. Ein Unikat aus Metall mit LED-Beleuchtung. Das Motiv sei noch unklar. Aber auch dazu fällt den Neundorfern sicher rechtzeitig noch was ein.