Alter Schacht in Plauen entdeckt

Die Sächsische Bergsicherung forscht derzeit an einem alten Schacht, welcher eine Absenkung nahe der Straßberger Straße freigab. Die Verbindungsstränge könnten zum System am alten Vomag-Gelände in der Elsteraue gehören.

Plötzlich war da ein Loch wo vorher eine Wiese war. Familie Kuhn staunte nicht schlecht, als man vor einiger Zeit die Tür an der Garage öffnete und vor sich eine zwei Meter tiefe und zwanzig Meter im Durchmesser große Absenkung sah. "Das Erdreich war nach unten verschwunden. Die Familie hat uns gleich richtigerweise benachrichtigt und seither sind wir vor Ort um das Gelände zu erforschen", sagt Hans-Jörg Kurtze, Sicherungshauer und Experte der Bergsicherung Sachsen aus Schneeberg, die im Auftrag des Sächsischen Oberbergamtes auf dem Grund nahe der Straßberger Straße tätig sind.

Das Areal ist abgesperrt, ein Schild "Alter Bergbau" warnt Passanten. "Sechs Meter tief ist das hier", sagt Sicherungshauer Sven Meier, der mit seinem Kollegen kräftige Holzplanken und Betoneinsätze anbringt. Nun ist das Team dabei, den möglichen Schacht ausfindig zu machen. Fest steht, das auf der Wiese fehlende Erdreich hat sich seinen Weg in bisherige leere Räume gebahnt, die zu dem alten Schachtsystem des früheren Bergbaus in der Region gehören, sagt der Experte Kurzte. Beim Oberbergamt vermutet man, dass ein im Berg befindlicher Schacht möglicherweise weggesackt ist und der folgende Druck sich nun nach "unten hin" Platz geschafft habe. "Nach unten" meinen die Bergbaufachleute das Elserufer und den daran liegenden Fuß des Berges, in welchem früher Schächte in Nutzung waren, die als Luftschutzbunker dienten. "Dorthin haben sich die Arbeiter des Rüstungsbetriebes Vomag bei Luftangriffen zurückgezogen", sagt Kurtze. Diese Schächte sind noch da.

Wenn die Forschungs- und Stabilisierungsarbeiten abgeschlossen sind, wird das Loch verfüllt, erläutert Kurzte. Bis dahin aber wird es sicher noch einige Erkenntnisse geben und manches Gespräch von neugierigen Plauenern. "Es waren etliche Leute da, die einen Haufen Geschichten erzählten, wie das damals war im Krieg und mit den Bunkern", sagt der Fachmann, der sich zudem bei den Gastgebern Kuhn bedankt: "Die Leute sind sehr lieb und aufmerksam, sie versorgen uns gut. Nach der ganzen Aufregung sind sie nun in Urlaub, gute Erholung wünschen wir."  fb