Alter Handelsweg um Mißlareuth soll wieder aufleben

Die Mißlareuther Umgebung zu Fuß zu erkunden, gestaltet sich mangels Wanderwege derzeit schwierig. Das soll sich in Zukunft ändern. Der Gemeinderat Reuth verständigte sich in seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich darauf, einen Wanderweg von Mißlareuth in Richtung des "Drei-Freistaaten-Steins" nahe Grobau zu schaffen.

Dann wäre der Gedenkstein, an dem drei Freistaaten zusammentreffen, endlich auch von sächsischer Seite problemlos erreichbar. Bisher ist er nur von Thüringen und Bayern aus erschlossen. Gemeinderat Thomas Schnabel, seine Ehefrau Ramona und eine Handvoll weiterer Mißlareuther hatten sich für den Wanderweg stark gemacht, praktische Möglichkeiten kalkuliert sowie historische Forschung betrieben. So soll kein gänzlich neuer Weg erfunden werden.

"Es gab schon im Mittelalter eine Handelsstraße, die von den Weidaer Vögten erst als Reitweg, später als Handelsstraße ins Regnitzland genutzt wurde", hatte Ramona Schnabel in Erfahrung gebracht. Am Verlauf dieser zu den ältesten in Sachsen zählenden Straßen soll sich der zu schaffende Wanderweg orientieren. Der Knackpunkt: Die sich in kommunalem Eigentum befindliche Trasse existiert sichtbar nicht mehr. Sie liegt heute inmitten landwirtschaftlicher Flächen verborgen und müsste neu errichtet werden. Wolfgang Sammer bewirtschaftete diese Flächen. Wenngleich er nichts gegen den Plan als solchen einzuwenden hatte, bat er jedoch, Alternativen zu bedenken. "Verlegt den Weg doch an den Waldrand oder legt ihn wenigstens gerade an", bat er. Schließlich sei ein Feld mit einem sich hindurch schlängelndem Weg schwer zu bewirtschaften.

Aufgrund der sich rund um den Kommunalweg befindlichen Privatflächen hielt es Schnabel jedoch für nahezu unmöglich, die Trasse zu verändern. "Selbst wenn die Besitzer heute damit einverstanden wären, könnte sich das zukünftig ändern. Wenn wir schon bauen, soll das Bestand haben." Dass auch ein Rad-/Wanderweg mächtig Geld kosten kann, ist aus anderen Kommunen bekannt. Daher plädierte Bürgermeister Ulrich Lupart dafür, die rund 600 Meter vorerst nur zu walzen.  mam