Altensalz: Abwasserklärung als "Schwarzer Peter"

Neuensalz - Die Einwohner von Altensalz fühlen sich bei der Abwasserentsorgung allein gelassen. Helga Hausmann verlas in der Ratssitzung ein Schreiben des Zweckverbandes Wasser / Abwasser Vogtland (ZWAV).

Darin heißt es, dass die Nähe zur Talsperre Pöhl eine schnelle Lösung des Abwasserproblems in Altensalz nötig mache; vollbiologische Kleinkläranlagen seien für Altensalz am kostengünstigsten. Als Variante habe der ZWAV den Bau einer Druckleitung geprüft. Die angeschlossenen Einwohner müssten 5000 bis 10 000 Euro zahlen. Ein zentraler Kanal wäre deutlich teurer. In einer Umfrage stimmten lediglich 40 Prozent für die Druckentwässerung. Für einen Bau wären 90 Prozent nötig gewesen.

Laut Mitteilung des Amtes haben die Bewohner bis Ende 2013 vollbiologische Kläranlagen zu bauen. Das sind zwei Jahre vor dem gesetzlichen Termin. Damit wollen sich die Betroffenen nicht zufrieden geben. "Wir wollen auch sauberes Wasser, aber mit der Frist 2015", argumentierte Helga Hausmann. Weiterhin wurde noch nie über die vielen Bungalows gesprochen. Wenn im Sommer mehrere hundert Camper da sind, hinzu kommen noch deren Gäste, fließt jede Menge Schmutzwasser ins Talsperrenwasser. Diese sollten ebenfalls angeschlossen werden.

Nach Aussage einiger Altensalzer wird der "schwarze Peter" immer hin und her geschoben. Auf der einen Seite ist die ZWAV und auf der anderen Seite die Untere Wasserbehörde. Gemeinderat Stefan Kademann (Die Linke) schlug vor, direkt beim Landrat vorzusprechen. Die Bürgerinitiative (BI) sollte an den Kreistag schreiben und gleichzeitig an Tassilo Lenk. Bürgermeisterin Carmen Künzel stimmt dem Ganzen zu und bot an, einen Termin beim Landrat zu erwirken und die BI zu begleiten. Sie bekräftigte, dass Geld gebraucht wird und dass ohne Förderung nichts passieren wird.

Der Altensalzer Horst Blechschmidt war am vergangenen Samstag zu einem Treffen mit der Linksfraktion im Landtag. Hier trafen sich sächsischen Bürgerinitiativen zum Thema Abwasser. Dabei wurde deutlich, dass es sich um sachsenweites Problem handle. Im Vogtland müssten noch rund 12 000 Anlagen gebaut werden. va