Alte Syrauer Dame wird 125

Sie wird in den Quellen als Liekirch (Liebfrauenkirche) benannt und muss noch vor dem Bau der ersten hölzernen Holländermühle 1864 an diesem Standort verfallen sein. Auf die frühe Bebauung der Drachenburg deuten auch Funde von Metallgegenständen aus 13. bis 17. Jahrhunderts, die beim Bau des Müllerhauses um 1860 gefunden wurden. Das sächsische Meilenblatt von 1800 bezeichnet den Standort mit "Lindkirch". Ihre um 1840 aufgefundene Glocke befindet sich heute noch in der Syrauer Kirche.

"Der hölzerne Vorgänger unserer heutigen Mühle wurde in einem Juligewitter 1887 ein Opfer der Flammen und brannte vollständig nieder", sagt Heidrun Bauer, die Chefin des Eigenbetriebes Höhle/Mühle. Das war der Grund weswegen die neue Mühle nicht mehr aus Holz, sondern massiv aus Ziegelsteinen aufgerichtet wurde. Mit Ausnahme der Flügelwelle im Dachgeschoss und der von oben nach unten verlaufenden Königswelle wurden alle anderen Teile des Innenlebens von einer in Dehles abgebrochenen Mühle erworben und an einem Tag auf zehn Pferdewagen nach Syrau gebracht, wie die Chronik berichtet. Das ermöglichte die Inbetriebnahme noch im Herbst 1887, wie aus gesicherten Unterlagen hervorgeht.

Somit besteht für Syrau, die Herausforderung, den 125. Geburtstag des Gemäuers in diesem Jahr würdig zu begehen. Über Art und Umfang besteht aber noch keine Klarheit, da sich das kleine Areal rings um die touristische Sehenswürdigkeit nicht für größere Menschenansammlungen eignet. Der Eigenbetrieb Höhle/Mühle und der Dorfclub bereiten die Würdigung des Ereignisses bereits vor. Interessant sind erste Ergebnisse archäologischer Untersuchungen im Bodenbereich der Mühle in der letzten Woche: Bei Fußbodenarbeiten im Innenraum des Erdgeschosses wurden unbekannte Mauerstrukturen freigelegt, welche durch das Landesamt für Archäologie dokumentiert wurden.

Zwei parallel verlaufende, nahezu fünf Meter lange Fundamentmauern, die aus in Lehmmörtel verlegten Diabas-Bruchsteinen bestehen, sind sicher wesentlich früher errichtet worden. Diese älteren Fundamente wurden durch die Mauern und Einbauten des steinernen Mühlengebäudes teilweise verändert oder als Auflager genutzt. Eine Einordnung ist den Fachleuten nicht möglich, weil sich im Umfeld nur Bauschutt aus der Zeit des Mühlenbaues nachweisen lässt. Ebenso gestatten sie wegen des sehr geringen Abstandes zueinander keine eindeutige Zuordnung zur Liekirche.