Alte Songs mit neuen Texten

Plauen - "Wenn man ein Best-of macht, ist der künstlerische Ruhestand nahe", so der bekannte Liedermacher Rainald Grebe. Doch vom Ruhestand ist das Multitalent noch weit entfernt. Musikalisch gönnte er sich und der Berliner "Kapelle der Versöhnung" eine achtmonatige Pause. Zum Comeback kam das Trio auch nach Plauen und füllte am Donnerstagabend die Open-Air-Fläche am Malzhaus.

Rainald Grebe, der gleichzeitig als Autor und Regisseur am Maxim-Gorki-Theater in Berlin tätig ist, mischt sein Programm mit Musik und Kabarett. Die "Kapelle der Versöhnung", bestehend aus dem Gitarristen Marcus Baumgart und dem Schlagzeuger Martin Brauer, begleiten Grebe nicht nur, sondern sind auch vermehrt Zielscheibe seiner Sprüche. Von Humor versteht Rainald Grebe einiges, Auftritte beim berühmten "Quatsch Comedy Club" in Berlin dokumentieren dies.

Das Programm, welches am Donnerstagabend am Malzhaus dargeboten wurde, war eine kleine Werkschau mit "Perlen" aus den letzten Jahren. Oftmals werden Melodien verschiedener bekannter deutscher Songs mit neuen Texten gemischt. Dabei nimmt Grebe gern alles aufs Korn. Ganze Landstriche werden mit zweideutigen Aussagen thematisiert. Vom Bionade-Biedermeier aus Berlin-Prenzlauer Berg bis zum Bauern aus Mecklenburg-Vorpommern findet sich vieles in seinem Repertoire wieder. Mit feinem Gespür übt Grebe Gesellschaftskritik, er denkt nach über die Werte der heutigen Zeit.

Mit dieser Art von Witz hat der gebürtige Rheinländer eine große Fangemeinde hinter sich. Dies war auch in Plauen zu spüren, wo das Publikum viele Lieder mitsingen konnte. Rainald Grebe und seine Kapelle begeisterten die mehreren hundert Anwesenden. C. Eckner