Altar wartet auf 400 Sponsoren

Greiz - Für die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Greiz ist es ein Zahlenspiel im doppelten Sinne. Nach Abschluss der Deckensanierung in der 1805 errichteten Stadtkirche St. Marien wollen sich die Christen, wie es Pfarrer Andreas Hausfeld nennt, nun von dem "würdigen, alten, aber auch grauen Altarraum" verabschieden, sprich, ihn im neuen Glanz erstrahlen lassen. 140 000 Euro kostet der. Das ist die ein Zahl. Die anderen stehen in einem Slogan. Mit der Aktion "Wir bewegen Greiz. 400 für 100!" werden 400 Spender gesucht, die für die Sanierung des Altarraums je 100 Euro stiften.  Mehr als 30 Personen hätten bereits zur Geldbörse gegriffen, freut sich Pfarrer Hausfeld. Mit Plakaten, Faltblättern und im Internet werde jetzt die Suche nach Mithelfern intensiviert. Neben dem Greizer Bürgermeister Gerd Grüner, der schon im vorigen Jahr zur Vorstellung der Aktion im Stadtrat spontan die ersten 100 Euro beisteuerte, waren Pfarrer Hermann Rose und seine Frau Annerose die ersten Spender. Auch Thomas Jäger und seine Familie haben 100 Euro gegeben. "Uns ist es wichtig, dass die Kirche wieder so schön wird, wie es die Architektur hergibt", begründet er das Engagement. Und Ursula Kießling, Hanna Dahinten sowie Renate Knoll antworten unisono: "Das ist doch unsere Heimatkirche, es für uns selbstverständlich, sich einzubringen." Schon im Mai beginnen die Restaurationsarbeiten. Der mächtige Kanzelaltar im klassizistischen Stil mit seinem prägenden Säulen wird eingerüstet. Die Ausschreibungen für Gerüstbau und Restauration liefen derzeit, so Hausfeld. Ein letzter Blick auf den mit den Jahren ergrauten Altarraum sei Ende April geplant. "In einer humorvollen, etwas wehmütigen Veranstaltung wollen wir uns vom jetzigen Aussehen verabschieden", kündigt der Pfarrer an. Neben de, Spendenanteil kann die Greizer Kirchgemeinde das ehrgeizige Ziel nicht zuletzt dank verschiedener Fördermittel in Angriff nehmen. So bezuschussen das Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und die Landeskirche das Vorhaben mit je 30 000 Euro, die Stadt Greiz gibt 10 000 Euro, ebenso die KIBA-Stiftung aus Hannover. Gegenfinanziert werden die Fördergelder mit einem Eigenanteil der Kirchengemeinde von 20 000 Euro. Übrigens, als kleines Dankeschön sind alle Spender ab 100 Euro eingeladen, den sanierten Altarraum in einer geschlossenen Veranstaltung als erste bewundern zu dürfen. In der Mendelsohn-Festwoche im September kann dann auch die Öffentlichkeit über den lichten Glanz staunen.