Alstom Neumark gibt Kampf nicht auf

Die rund 200 Alstom-Mitarbeiter in Neumark kämpfen weiter um den Erhalt ihres Werkes und damit ihrer Arbeitsplätze. Um Gehör zu finden fahren sie am Dienstag nach Stuttgart.

Neumark - In der baden-württembergischen Landeshauptstadt sitzt die Geschäftsführung für den Bereich Kesselbau, zu dem auch das Neumarker Werk gehört. "Wir wollen am Dienstag bei der dortigen Betriebsversammlung für den Erhalt des vogtländischen Standortes kämpfen", sagt Jörg Brodmann von der IG Metall Südwestsachsen. Immerhin verkünde die Geschäftsführung gebetsmühlenartig, auch weiterhin an der Schließung des Standortes Neumark zum 31. Dezember festhalten zu wollen.

"Mit dem Einstieg von General Electric in den Alstom-Konzern haben sich zwar die Vorzeichen geändert, aber es sollen schon jetzt Nägel mit Köpfen gemacht werden, obwohl erst Mitte nächsten Jahres die neue gemeinsame Struktur aufgebaut ist. Alternativkonzepte bleiben unbeachtet, und man versucht offenkundig, den Ergebnissen der auf Konzernebene am 5. November stattfindenden Einigungsstelle vorzugreifen.

Mitarbeiter werden aktiv motiviert, schon vor einer Einigung über die Umstrukturierung das Unternehmen zu verlassen", schimpft der Gewerkschafter: "Aus unserer Sicht strebt die Geschäftsführung in Stuttgart an, den Standort Neumark personell und wirtschaftlich ausbluten zu lassen.

Der Zweck der Sache ist, durch das vorzeitige Schaffen von Fakten eine mangelnde Wirtschaftlichkeit des Kesselbaus herzustellen und somit die politisch verordnete Schließung begründen zu können." Im April sei der letzte Auftrag abgearbeitet gewesen, ein neuer sei nicht in Sicht. "Die Leute sitzen zu Hause und bangen um die Zukunft."

Die Neumarker Kesselbauer werden nicht einfach so zulassen, dass ihr Betrieb nach fast 125 Jahren wegen Missmanagement geschlossen wird. Auf der Betriebsversammlung in Stuttgart werden sie ihrem Unmut Luft machen. M. T.