Also-Verein Plauen: Ohne Ehrenamtler geht nichts

Plauen - "Wir brauchen die Ehrenamtler und können den Wegfall von deren Aufwandsentschädigungen nicht hinnehmen", sagt Ramona Schillbach, die Schatzmeisterin des Also-Vereins in Plauen.

 

Während eines Pressegespräches im Tagestreff der Plauener Tafel wurde kritisiert, dass für das Ehrenamt in Sachsen generell immer weniger Geld zur Verfügung stehe. Rund 663 000 Euro will der Freistaat in diesem Jahr bei der Entschädigung für ehrenamtlich Tätige allein im Vogtlandkreis einsparen. Dies betreffe Projekte im Bereich "Wir für Sachsen", in der Jugendarbeit und Kürzungen im Bereich Psychatrie und der Suchtkrankenhilfe, machte Olaf Schwarzenberger, Regionalleiter Westsachsen des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes aufmerksam.

Allein im Plauener Also-Verein treffen die geplanten Kürzungen fünf Projekte. Der Verein beschäftigt sich mit Projekten innerhalb der sozialpädagogischen Familienhilfe, betreut Arbeitslose oder solche die von Arbeitslosigkeit bedroht sind. "Besonders wichtig ist unsere Hartz IV-Beratung, aber auch die offenen Treffs, die Gesprächsrunden für Obdachlose und vor allem die Hausaufgabenhilfe", erklärt Schillbach. Die 50-Jährige ist seit 13 Jahren im sozialen Bereich, davon zehn Jahre im Also-Verein, tätig. Etwa 600 Leute trifft es, wenn die Betreuung durch die geplanten Mittelstreichungen wegfällt.

Noch härter trifft es die Arbeitsloseninitiative Sachsen, einen in Pausa ansässigen Verein. Geschäftsführerin Konstanze Schumann warnt: "Bei uns fallen sogar acht Projekte mit über 70 Ehrenamtlern weg, wenn das Geld ausbleibt." Die zwei Pausaer Schülerlotsen gibt es schon ab Juni nicht mehr, Einschränkungen sind dazu im Betrieb der Plauener Tafel, der Suppenküche im Tagestreff oder im Umweltbereich die weitere Folge. Auch ein neues Projekt, das die Ali angehen wollte, ist gestrichen. "Wir wollten ein zusätzliches Nachmittagsangebot für Kinder und Jugendliche in der Saison im Freibad Pausa anbieten," so Katrin Elias.

"Bei der Jugendarbeit wird der Zuschuss um 3,90 Euro pro Jugendlicher im Vogtlandkreis gekürzt. Das sind 215 000 Euro, die in der offenen Jugendarbeit im Landkreis fehlen", macht Schwarzenberger eine Rechnung auf. Nach Informationen des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes am Montag an die CDU-Landtagsabgeordneten Frank Heidan und Alfons Kienzle zu diesen Problemen, soll am 10. März eine Kundgebung unter dem Titel "Gegen die Kürzungen der Jugendhilfe - für ein soziales Sachsen !" vor dem Landtag in Dresden stattfinden. Dazu haben die Ali Sachsen und der DGB-Kreisverband Vogtland einen Bus gechartert. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung ist möglich unter Rufnummer 037432/7765. jst