"Als Gast kommen, als Freund gehen!"

Auerbach Steffen Fohlert wagte das, woran vor ihm neun! Gastronomen scheiterten: der Auerbacher übernahm im Juli 2017 als Wirt das Restaurant "Zum Schlossturm". Zählte das Haus hoch über den Dächern von Auerbach in der DDR-Zeit zu den ersten Adressen der Stadt, ging es nach 1990 buchstäblich damit den "Schloss"-Berg herunter. Egal, ob Italiener, Grieche oder gutbürgerlich deutsch, nichts funktionierte in dem Haus. In immer kürzeren Abständen gaben die Pächter (die Immobilie gehört der Stadt) auf. Erst als Steffen Fohlert sich der Sache annahm, begann das Restaurant wieder zu "leben". Mittlerweile genießt die gute Gastronomie und der Service einen hervorragenden Ruf. Wer heute im Auerbacher Schlossturm dinieren möchte, sollte vorsorglich reservieren. Ein gutes Zeichen! "Es war ein hartes Stück Arbeit, das Image des Schloss-Restaurant aufzupolieren", berichtet Steffen Fohlert. Der 47-jährige Auerbacher war lange Zeit als Außendienstler in einem Nürnberger Spirituosenunternehmen tätig. "Dadurch hatte ich viele Kontakte zu gestandenen Gastronomen und konnte jede Menge Erfahrungen sammeln", so Fohlert, der damals schon lange eine Auge auf das brachliegende Schlossrestaurant geworfen hatte. Bis zum Entschluss, das Haus zu übernehmen, dauerte es aber. "Ich habe damals viel gerechnet, Konzepte entworfen und Pläne gemacht. Erst als in meinem Kopf alles perfekt war, habe ich den Vertrag unterschrieben", blickt Steffen Fohlert zurück. In den letzten zwei Jahren absolvierte Fohlert täglich einen Full-Time-Job. Nach und nach begann er seine Pläne umzusetzen. Genuss und Wohlfühlen stehen im Vordergrund. Eine exklusive Speisekarte, ein liebevolles Ambiente und der freundliche Service machen jeden Besuch zum Erlebnis. "Mein Team und ich leben unsere Philosophie - Als Gast kommen, als Freund gehen! - mit Herz und Seele", betont Steffen Fohlert. Das Restaurant mit 60 Plätzen, das Vereinszimmer mit 40 und der Biergarten mit nochmals 50 Plätzen wollen bewirtschaftet werden. Fünf Mitarbeiter und mittlerweile zwei Lehrlinge stehen dem Wirt dabei zur Seite. "Im Kontrast zu anderen Gasthäusern habe ich keine Personal-Probleme. Ich habe mehr Bewerbungen als Bedarf", stellt Steffen Fohlert zufrieden fest. Der Wirt steht dazu, preislich im gehobenen Segment zu arbeiten. "Meine Gäste schätzen die hochwertigen und stets frischen Zutaten. Auch die mit Liebe zum Detail ausgewählten Dekorationen im Restaurant und auf den Tischen kommen gut an.Allerdings hat alles auch seinen Preis", erklärt der Wirt und weiß sich seiner Stamm-Gäste sicher. Dazu kommt eine für die Auerbacher Region exklusive Besonderheit: "Ich braue mein eigenes Bier!". Entsprechend eines historischen Braurechts der Stadt nennt Fohlert sein kühles Blondes "Awerbach" (in dieser Schreibweise). Rund 50 Hektoliter pro Jahr laufen dazu durch die hauseigene Brau-Anlage.