Als Chefarzt zurück in Plauen

Ulf Parulewski ist nach sieben Jahren zurück am Helios Vogtland-Klinikum. Der Gastroenterologe ist der neue, alte Chefarzt der Klinik für Innere Medizin I. Der Start als Chefärztin liegt für Jeanette Böhler bereits 90 Tage zurück. Damals übernahm sie die Leitung der Psychiatrie.

Von Marjon Thümmel

 Plauen - 19 Chefärzte hat das Helios Vogtland-Klinikum entsprechend seiner Zahl an Fachbereichen. Zwei davon sind Frauen - in der Kinderklinik und in der Psychiatrie. Doch bleiben wir zunächst bei den männlichen Kollegen und dem seit gestern neuen Chefarzt der Klinik für Innere Medizin I, Ulf Parulewski. Der 55-jährige Diplom-Mediziner kommt somit zurück in seine berufliche Heimat. Im Vogtland-Klinikum absolvierte Ulf Parulewski, der in Elsterberg aufgewachsen ist, in Greiz sein Abi machte und in Leipzig studierte, bereit seine Facharztausbildung, war Stationsarzt und später Leiter der Abteilung Gastroenterologie sowie der interdisziplinären Endoskopie. Nach 17 Jahren verließ er als Oberarzt das Vogtland-Klinikum und übernahm als Chefarzt die neu gegründete Sektion Gastroenterologie am Klinikum Obergöltzsch in Rodewisch. Zwei Jahre später holte sich das Plauener Krankenhaus den Spezialisten zurück, und Ulf Parulewski übernahm zum ersten Mal die chefärztliche Leitung der Klinik für Innere Medizin I. 
 2012 wechselte Parulewski in die Paracelsus-Klinik Reichenbach, um dort die Gastroenterologie weiterzuentwickeln und die Leitung des Fachbereiches der Inneren Medizin in den regionalen Paracelsus-Kliniken zu übernehmen. 2018 war er außerdem noch Chefarzt der Abteilung für Innere Medizin in der Zwickauer Paracelsus-Klinik. 
 Sieben Jahre später ist er nun zurück in Plauen und leitet erneut die Klinik für Innere Medizin 1, als Nachfolger von Dr. Alexander Horn, der Ende 2018 aus privaten Gründen das Vogtland-Klinikum verließ. "Sieben Jahre sind in der Medizin, die sich rasend schnell weiterentwickelt, eine gewaltige Zeit. Und damit steht vor mir eine neue Herausforderung, die ich gern annehme. Ich habe mich gefreut, so herzlich willkommen geheißen zu werden und freue mich, hier wieder angekommen zu sein", sagte Parulewski zu seinem Wechsel nach Plauen. "Von den Ärzten kenne ich noch viele gut, habe einige in ihrer Ausbildung begleitet. Und auch mit vielen Pflegekräften habe ich schon zusammengearbeitet. So war es wie nach Hause kommen." 16 Ärzte und 40 Pflegekräfte gehören zu seinem Team der "Inneren". Eine der breitesten Fachrichtungen in der Inneren Medizin ist laut Parulewski sein Spezialgebiet Gastroenterologie: "Es fesselt mich bis heute." Der 55-Jährige ist Vater von einer Tochter und zwei Söhnen, die nicht in der Medizin beruflich gelandet sind. Dabei arbeitet auch seine Frau als Augenärztin - in Greiz und Reichenbach.
 Nun zurück zur Chefärztin. Jeanette Böhler hat im April die chefärztliche Leitung der Klinik für Psychiatrie und zugleich den Schlüssel für den neuen Anbau übernommen. "Nach 92 Tagen kann ich sagen, ich bin gut angekommen, leite eine große Klinik mit viel Gestaltungsspielraum, in der man auch Dinge gut voranbringen kann und freue mich über ein motiviertes Team", sagt die gebürtige Hessin aus Limburg an der Lahn. Ihre medizinische Laufbahn begann sie als Ärztin in der Anästhesie und Intensivmedizin in Italien und kam von dort nach sieben Jahren zurück nach Deutschland, genauer gesagt nach Hagen in Westfalen. Dort entschied sie sich für einen Wechsel in die Psychiatrie. Jeanette Böhler verfügt über 29 Jahre Erfahrung im Gesundheitswesen, war Oberärztin, Chefärztin für Suchtmedizin und ärztliche Direktorin bevor sie nach Plauen kam. Sie hat zwei Kinder (23 und 21 Jahre) und wird in wenigen Tagen ihr neues Zuhause in Plauen beziehen. 
 "Ich bin im Klinikum viel im Konsildienst unterwegs, stehe auch in anderen Abteilungen Patienten, wie beispielsweise in der Onkologie, zur Seite. Zugleich bin ich dabei, für unsere Patienten die psychotherapeutischen Angebote für Angstabbau und Entspannungstraining auszubauen, die im August starten sollen. Das Angebot wollen wir am 23. Oktober auch den Hausärzten und Krankenpflegern vorstellen", schildert die 56-Jährige, die als Psychoonkologin nächste Woche ein Onko-Café im Klinikum starten will, um Krebspatienten und ihre Angehörige noch besser unterstützen zu können. Aber auch für alle Patienten der Psychiatrie will sie eine Lanze brechen, die sich oft noch schämen zum Arzt zu gehen.
 Inzwischen geht auch die Sanierung der "alten" Psychiatrie weiter. "Eine Station haben wir schon leer geräumt für die Renovierung, dann geht es ringsum", erzählt die Chefärztin . Die 110 Betten und 25 Tagesklinikplätze seien fast immer belegt. "Wir haben auch viele Notfallpatienten." Das mache die Sanierung bei laufenden Betrieb nicht leicht.