Almanach für jeden "Tach"

Nach 50 Jahren starb der "Reichenbacher Kalender" aus wirtschaftlicher Not. Auferstanden ist er mit neuem Namen, als "Heimatkalender für Reichenbach und Umgebung". Er feiert jetzt fünften Geburtstag - mit einer dicken Ausgabe zum kleinen Jubiläum.

Reichenbach -  Die Leser können sich auf ein Feuerwerk an Themen und packenden Beiträgen freuen. Ein paar Beispiele:
Über den Wirt auf dem Kuhberg bei Netzschkau, der seit 40 Jahren Dienst tut. Wie Frauen 1967 in "sehr leichter Bekleidung" für Aufsehen gesorgt haben beim Tennisfasching in Reichenbach, den es seit 60 Jahren gibt. Professor Hans-Jürgen Hardtke, der "sächsische Pilz-Papst", untersucht Pflanzen in Mylau, die als Relikt der Besiedlung gelten: Eine hat einst ungeahnten Rausch im Bier verantwortet. Vorgestellt wird der Leipziger Zootierarzt Karl Elze, der aus Hauptmannsgrün stammt und den Professor Heinrich Dathe (ein anderer Vogtländer) nach Berlin mitnehmen wollte.
Der "Heimatkalender für Reichenbach und Umgebung 2022" versammelt 52 Beiträge von 43 Autoren. "Die Ausgabe zum fünften Jubiläum ist auf 240 Seiten angewachsen und kostet 7,50 Euro. Im Vorjahr waren es 176 Seiten für 5 Euro", sagt Redaktionsleiter Dr. Wolfgang Viebahn (78) aus Reichenbach, der Biologie studiert und in Philosophie promoviert hat.
Viebahn wollte 2017 das Ende des verdienstvollen Vorgänger-Kalenders nicht hinnehmen. Die Herausgeber vom Kulturbund Reichenbach hatten wirtschaftliche Gründe ins Feld geführt - und verboten mit anwaltlicher Hilfe (!) die Weiternutzung des Namens.
Doch Viebahn suchte sich neue Bündnispartner: Die Vereine "Aqua et Natura", Gewerbeverein Reichenbach, Kulturbund Lengenfeld, Landesverein Sächsischer Heimatschutz und Neuberin-Gesellschaft. Und Sponsoren sitzen mit im Boot, die wichtigsten sind: Die Sparkasse und aus Reichenbach die Stadtwerke, Wohnungsbaugesellschaft und Wohnungsgenossenschaft "Gartenstadt".
Viebahn leitet das achtköpfige Redaktionskollegium wie der Kutscher einen Achtspänner: Täglich sitzt er Stunden am Computer und seit die Knie nicht mehr so recht wollen, sind es noch mehr. Kein Wunder, dass die Kalenderproduktion läuft: Schon für die Ausgabe 2023 gibt es eine Warteliste der Autoren. In den fünf Jahren des Bestehens, kamen 85 Autoren in 200 Beiträgen zu Wort: Heimatgeschichte(n), Porträts und Mundart, Gedichte, Betrachtungen und (historische) Bilder.
In der aktuellen Ausgabe wird an prominente Vogtländer erinnert, die bis in die Gegenwart das geistige Leben mitbestimmt haben: Dr. Wolfgang Horlbeck, Gottfried Seltmann, Horst Eczko, sowie der Plauener Botaniker und Bundesverdienstkreuzträger Rolf Weber. Autor Gero Fehlhauer schreibt über den Motorradklub Triumph in Mylau, der Lengenfelder Museumsleiter Michael Heuck über die Menschen, die im Zweiten Weltkrieg aus Bessarabien am Schwarzen Meer ins Vogtland flüchteten und der aus Reichenbach stammende Geowissenschaftler Dr. Thomas Martens über Ur-Saurier, die er in Thüringen gefunden hat - und die denen in Amerika gleichen.
Noch ein paar Beispiele? Ortschronist Friedrich Machold hat die Peststeige in Lengenfeld erkundet, Wege, die Toten im Mittelalter so aus der Stadt zu befördern, dass sie keinen anstecken. Historiker Dr. Lutz Espig ist vertreten mit der Geschichte der Dorfschule Pechtelsgrün und Professor Siegfried Kluge schreibt über Deckhengste zu früheren Zeiten in Neumark. ufa

Kalenderblatt 17:

Über welche Wege schreibt der Lengenfelder Ortschronist Friedrich Machold? Wenn Sie das wissen, schreiben Sie uns das Lösungswort bis zum 19. Dezember auf eine Postkarte und senden sie an: Redaktion Vogtland-Anzeiger, Postplatz 12, 08523 Plauen. Oder Sie mailen uns an: redaktion@vogtland-anzeiger.de oder beteiligen sich über Facebook an dem Rätsel unter dem Kennwort: Kalenderblatt 17. Zu gewinnen gibt es eine Räucherfigur aus der Serie "Kuhnert-Schneemann", gesponsert von der Drechslerei Kuhnert aus Rothenkirchen.
Gewinner unseres 13. Schneemanns ist Steffi Seifert aus Mylau. Das Lösungswort von Kalenderblatt 13 lautete: "bis 1945".
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